Apfelessig als Spülung: Saure Rinse statt teurer Pflegemittelchen

Warum Apfelessig als Spülung deinen Haaren guttut und warum ich nicht ohne meinen Maßkrug duschen gehe, erkläre ich dir heute.

Innerlich warte ich förmlich immer darauf, dass mich mal jemand fragt: „Warst du beim Friseur?“ Nur um dann sagen zu können: „So vor fünf Jahren zuletzt.“ Ich mag einfach nicht, wenn mir andere Leute an den Haaren herumbasteln. Deswegen schneide ich mir die Haare seit einigen Jahren selbst. Und weil ich sie ohnehin ziemlich lang und meistens als Dutt oder zum Zopf geflochten trage, fällt es auch gar nicht auf, dass die Spitzen nicht alle perfekt gleich lang sind.

Apfelessig als Spülung: Das sind die Vorteile für deine Haare

Auch sonst lasse ich nicht viel an meine Haare ran. Gewaschen werden sie sie zweimal die Woche mit einem festen Shampoo, das schön viel schäumt. Danach kommt ein Mittel zum Einsatz, aus dem ich sonst bevorzugt Salatdressing mache: Apfelessig. In Kreisen, in denen viel Naturkosmetik eingesetzt wird, nennt mal Apfelessig als Spülung auch saure Rinse.

Das Hausmittelchen Apfelessig bringt viele Vorteile für deine Haare mit sich:

  1. Bei brüchigem, trockenem Haar hilft der Apfelessig, den Säureschutzmantel der Haare wiederherzustellen oder zu bewahren. Dieser wird durch häufige Anwendung von Shampoos und anderen Styling-Produkten angegriffen. Die saure Rinse verschließt die Haarkutikula, die oberste Schicht der Haare.
  2. Dadurch glänzen die Haare wieder und werden glatter. So kannst du auch Spliss vorbeugen. Nach der Rinse lassen sie sich viel besser durchkämmen.
  3. Deine Haare werden sauberer. Reste von Haarsprays, Kalkablagerungen und Schuppen spült der Apfelessig aus.
  4. Apfelessig verhindert Nachfetten. Somit eignet sich Apfelessig als Spülung auch für Menschen, deren Haare zu einem fettigen Ansatz neigen. Die Spülung sollte dann besonders gut einmassiert werden.
  5. Essigsäure wirkt antimikrobiell. Pilze und Bakterien auf der Kopfhaut werden bekämpft. Somit ist Apfelessig auch zu empfehlen, wenn du an juckender Kopfhaut oder Schuppenbildung leidest.
  6. Der Apfelessig eignet sich für alle Haartypen, egal ob glatt, gewellt oder stark gelockt. Anders als Spülungen mit Tee musst du auch nicht darauf achten, dass die Rinse zu deiner Haarfarbe passt – nur bei coloriertem Haar ist Apfelessig als Spülung nicht zu empfehlen. Die Säure kann nämlich die färbenden Pigmente angreifen.
  7. Im Gegensatz zu herkömmlichen Spülungen, die etliche synthetische Inhaltsstoffe enthalten, weißt du genau, was an deine Haare herankommt.

Wenn ich schwimmen gehe, will ich die Duschen im Hallenbad nicht unbedingt mit Essigduft belasten. Besonders seit ich meine Haare mit festen Shampoos oder Haarseife wasche, merke ich den Unterschied aber sofort. Ohne die Apfelessigspülung fühlen sich die Haare schwerer an, fast ein bisschen klumpig. Außerdem muss ich die Haare dann eher wieder waschen. Da meine Haare aber dick und dicht sind, lässt sich das Föhnen vor allem im Winter nicht vermeiden. Also will ich meinen Haaren jegliche zusätzliche Belastung, zum Beispiel häufige Haarwäschen, ersparen.

Apfelessig als Spülung spart Zeit, Geld und Plastikmüll

Essig als Spülung einzusetzen, bringt nicht nur für deine Haare viele positive Aspekte mit sich. Apfelessig kannst du im Biomarkt, in der Drogerie oder einfach im Lebensmittelladen erwerben. Zu kaufen gibt es ihn zwar manchmal auch in Plastikflaschen, meistens aber 1-Liter-Glasflaschen. Wenn du Apfelessig als Spülung zusammen mit festem Shampoo oder Haarseife einsetzt, ist deine Haarpflege-Routine sogar komplett plastikfrei.

Eine Frau hält ein Stück festes Shampoo in der Hand, im Hintergrund ein Holzkamm, eine Dose und ein Schwamm.
Mit Apfelessig als Spülung und festem Shampoo wird dein Badezimmer zunehmend plastikfrei. © IndrePau – adobe.stock.com

Ein Liter Apfelessig ist deutlich günstiger als eine Spülung aus der Drogerie, insbesondere gegenüber bekannten Markenprodukten. Außerdem muss die Spülung nicht ausgewaschen werden. Somit schont diese Pflegevariante nicht nur dein Portemonnaie, sondern wirkt sich auch noch positiv auf dein Zeitmanagement aus! Aber überzeuge dich selbst.

Anleitung: Apfelessig als Spülung

Anleitung: Apfelessig als Spülung

Material
  

  • 4 – 5 EL naturtrüber Apfelessig am besten in Bio-Qualität
  • 1 l Wasser (ich nehme einen Maßkrug)

Anleitung

  • Vor dem Duschen mischst du in einem Behältnis, das einen Liter Fassungsvermögen hat, etwa einem Messbecher, einer ausgespülten Flasche oder eben einem Maßkrug 1 l Leitungswasser und 4 EL naturtrüben Apfelessig.
  • Wasche deine Haare nun wie gewohnt mit Shampoo oder Haarseife. Nachdem du das Haarwaschmittel deiner Wahl gründlich ausgespült hast, verteilst du die Wasser-Essig-Mischung sorgfältig in deinen Haaren.
  • Am besten massiert du die Spülung noch leicht an den Haarwurzeln ein. Die saure Rinse verbleibt in den Haaren und wird anders als Spülungen aus der Drogerie nicht ausgewaschen.

Der leichte Geruch nach Essig, der nach der Spülung in den Haaren zurückbleibt, verfliegt von selbst – spätestens, wenn deine Haare wieder trocken sind, ist nichts mehr davon übrig. Wenn dir Apfelessig als Spülung trotzdem noch nicht ganz geheuer ist, dann nimm erst mal weniger Essig. Einen Versuch ist es allemal wert 😊. Je nachdem, wie dein Haar strukturiert ist, kannst du die saure Rinse auch mit anderen natürlichen Wirkstoffen wie einem Salbei-Sud gegen fettige Kopfhaut kombinieren.

Apfelessig als Spülung: Naturtrüber Apfelessig steht in einem Glasgefäß auf einem Holztisch neben Äpfeln
Apfelessig, besonders die naturtrübe Variante, ist gesund für deine Haare. © IMAGO / Panthermedia

Ich habe auch gelesen, dass weiches Wasser für die saure Rinse besser sei. Je nachdem, wie kalkhaltig das Wasser in deiner Wohngegend ist, müsstest du es vor der Verwendung von Apfelessig als Spülung entkalken. Nur aus eigener Erfahrung gesprochen kann ich aber sagen: In München ist das Wasser sehr hart – an anderen Orten, wo ich schon gewohnt habe, eher weich. Ein Unterschied ist mir an meinen Haaren dabei noch nicht aufgefallen.

Koffein als Wundermittel für die Haare? Leider nicht erwiesen

Koffein gilt ebenfalls als Wundermittel in vielen Shampoos und Spülungen. Der Inhaltsstoff soll die Haarwurzel beleben, das Haarwachstum anregen und sogar gegen erblich bedingten Haarausfall helfen. Leider fehlen dafür ernsthaft belegte wissenschaftliche Beweise. Trotzdem steht auf meiner To-Do-Liste, mal eine Haarmaske aus Kaffeesatz auszutesten.

Wo Kaffeesatz auf jeden Fall hilft, ist als Dünger für Balkon- und Zimmerpflanzen. Wenn dir aber weiterhin eher nach Naturkosmetik ist, dann schau dir doch mal diese Anleitung für ein Lippenbalsam mit Bienenwachs an.