Rezept: Spitzwegerich-Salbe selbst herstellen

Spitzwegerich wächst wie Unkraut, ist aber ein tolles Heilkraut. Aus der Pflanze lässt sich eine wirksame Heilsalbe gegen Hautentzündungen und Insektenstiche herstellen.

Mist! Brennnessel! Aber da gibt es einen Trick, den ich noch aus meiner Kindheit kenne, wenn ich mich mal wieder wortwörtlich in die Nesseln gesetzt hatte. Schnell etwas Breit- oder Spitzwegerich kauen und dann die eingespeichelte grüne Paste auf die brennende Stelle schmieren. In nur kurzer Zeit verschwindet das Brennen. Ich war schon damals jedes Mal erstaunt, dass die Natur so ein wirksames Gegenmittel parat hat. Erst später lernte ich, dass der Wegerich, zu dem auch der Spitzwegerich zählt, eine seit Jahrtausenden geschätzte Heilpflanze für die innere und äußere Anwendung ist.

Für was Spitzwegerich gut ist

Die Wildpflanze ist seit Jahrhunderten bekannt als Lungenheilkraut und wird aufgrund seiner Schleimstoffe auch heute als Tee, Hustensaft oder Tropfen bei Husten, Bronchitis und Asthma angewandt. Äußerlich wird Spitzwegerich-Salbe zur Wundheilung bei Schürfwunden, Stichen, Sonnenbrand, Nesselsucht und bakteriellen Hautentzündungen angewandt. Eine Salbe aus diesem vielseitigen Wildkraut beruhigt außerdem juckende Insektenstiche und lässt sie schneller abschwellen.

Heilwirkungen der Spitzwegerich-Salbe

  • Entzündungshemmend
  • Juckreizlindernd
  • Wundheilend
  • Abschwellend
  • Antiseptisch
  • Desinfizierend
  • Adstringierend
Die Blüten des Spitzwegerichs sind essbar und schmecken pilzartig. © Katharina Krenn

Spitzwegerich erkennen und sammeln

Die Heilpflanze findet man oft an Wegrändern, aber er wächst auch gerne auf Wiesen und Parkrasen. Man erkennt das Wildkraut an seinen länglichen, spitzen Blättern mit drei bis sechs markanten Blattrippen, die aus einer Blattrosette wachsen. Ab Mai bildet die Pflanze an einem blattlosen Stiel eine bräunliche Blüte mit weißem Blütenstand. Blüte wie Blätter sind essbar und schmecken pilzartig. Breitwegerich ist ebenso essbar und heilkräftig, hat aber im Unterschied zum „spitzen Bruder“ wie der Name schon sagt, breitere, ovale Blätter, die ledriger sind als beim verwandten Spitzwegerich.

Aus Wegerich lässt sich übrigens auch ein leckeres Pesto mit leichtem Pilzaroma herstellen.

Spitzwegerich-Salbe

Ob Insektenstich, entzündeter Pickel oder rissige Lippen, diese Salbe aus Spitzwegerich wirkt Wunder und ist einfach herzustellen. Dafür brauchst du im Grunde nur ein paar Büschel des Heilkrauts in Öl einlegen.

Equipment

  • 1 Schraubglas 400 bis 500 ml
  • Trichter
  • Salbentiegel

Material
  

  • 3 Handvoll Spitzwegerich
  • 300 ml Olivenöl optional kann man es auch mit Kokos- oder Mandelöl mischen
  • 30 g Bienenwachs 10 g Bienenwachs pro 100 ml Ölauszug

Anleitung

  • Das Schraubglas und die Salbentiegel in kochendem Wasser desinfizieren und gut abtrocknen.
  • Die Spitzwegerichblätter klein schneiden und in das Schraubglas füllen.
  • Das Schraubglas mit Olivenöl auffüllen, so dass der Spitzwegerich komplett bedeckt ist.
  • Das Schraubglas an einen dunklen Ort stellen und zwei bisdrei Wochen ziehen lassen. Alle paar Tage das Glas schütteln.
  • Nach zwei Wochen den Glasinhalt durch ein Sieb geben und das Öl in einem kleinen Topf auffangen.
  • Den Ölauszug im Wasserbad oder bei kleiner Flamme leicht erhitzen, nicht kochen!
  • Dann je 10 Gramm Bienenwachs pro 100 ml Öl hinzugeben und bei ständigem Rühren schmelzen lassen.
  • Wenn das Bienenwachs vollständig geschmolzen ist, den Ölauszug mithilfe eines Trichters vorsichtig in die Salbentiegel gießen.
  • Vor dem Schließen der Tiegel die Salbe erkalten lassen.

Notizen

Die Salbe hält sich im Kühlschrank mindestens ein Jahr.

Haltbarkeit der Spitzwegerich-Salbe

Dadurch, dass Spitzwegerich an sich antiseptisch ist, hält die Salbe bei sauberer Verarbeitung und kühler Lagerung bis zu einem Jahr. Danach lassen langsam die Wirkstoffe nach. Selbst hergestellte Salben bringen außerdem Vorteile. Man weiß genau, was drin steckt und vermeidet industriell zugesetzte Konservierungsstoffe und andere schädliche Zusätze. Wer Salben, Kosmetik und natürliche Putzmittel selbst herstellt, spart zudem nicht nur Geld, sondern schont auch die Umwelt. Die Salbentiegel kann man nach Gebrauch einfach auswaschen und wieder verwenden.