Kräuter trocknen: So bleiben Salbei, Minze und Co aromatisch

Die beste Zeit für die Kräuterernte ist der Frühsommer. Damit Tee- und Küchenkräuter ihr Aroma beim Trocknen nicht verlieren, gibt es einiges zu beachten.

Wenn die Sonne ihren Höchststand erreicht hat, beginnt die Zeit der Kräuterernte. Die Bienen laben sich am Blütenbuffet. Lavendel, Rosmarin und viele andere Kräuter duften jetzt am intensivsten. Zur Sommersonnenwende ist die beste Zeit, um Kräuter zum Trocknen zu sammeln. Thymian, Rosmarin, Salbei, Minze und Zitronenmelisse stehen kurz vor der Blüte oder haben schon einzelne Blüten geöffnet. Jetzt ist nicht nur das Aroma am stärksten, sondern auch der Wirkstoffgehalt. Da die Pflanzen viel Energie in die Blüten steckt, verlieren viele Kräuter mit der Blüte an Aroma. Wer insbesondere Kräuter für Heilzwecke zum Beispiel für Tee konservieren möchte, sollte daher Ende Juni zugreifen.

Kräuter trocknen und richtig ernten

Am besten erntet man Kräuter vormittags an einem trockenen Tag, denn dann ist der Gehalt an ätherischen Ölen am höchsten. Für die Kräuterernte sollte man eine Schere oder scharfes Messer verwenden. Wichtig ist bei der Ernte, dass nicht nur einzelne Blätter abgeschnitten werden, sondern ganze Triebspitzen. So werden die Kräuter zu einem Neuaustrieb angeregt und man kann ein weiteres Mal ernten. Außerdem lassen sich die Kräuter so besser zu Bündeln binden und zum Trocknen aufhängen.

Kräuter sollten außerdem nicht bei Regen gesammelt und auch nicht gewaschen werden, sonst kann sich Schimmel bilden. Um Insekten aus dem Kraut zu locken, gibt die kraut&rüben Kräuterexpertin im Video den Tipp, die Kräuter auf ein gelbes Tuch zu legen.

Kräuterernte: Die richtige Erntezeit

  • Bohnenkraut: kurz vor oder während der Blüte die weichen Stängel ernten,
  • Majoran: Stängel ernten, sobald etwa 10 % der Blüten geöffnet sind,
  • Oregano: zu Beginn der Blüte Stängel handbreit über dem Boden abschneiden,
  • Pfefferminze: vor oder zu Beginn der Blüte Triebe ernten,
  • Zitronenmelisse: vor der Blüte Triebe bodennah abschneiden,
  • Salbei: junge Blätter von Mai bis September ernten,
  • Thymian: die jungen, weichen Triebe vor der Blüte ernten.
Kräuter trocknen Thymianzweige in zwei Frauenhänden gehalten, von oben fotografiert
Thymian erntet man am besten zur Blütezeit. © isavira – adobe.stock.com

Kräuter trocknen: So geht’s

Damit die Kräuter ihre Inhaltstoffe nicht verlieren, werden die Blätter auch nicht in der Sonne, sondern im Schatten getrocknet. Am besten geeignet ist ein luftiger Raum mit einer Temperatur unter 28 Grad.

Zum Trocknen einfach eine Juteschnur oder einen Bindfaden spannen und die Kräuter daran aufhängen. Verzweigte Triebspitzen wie zum Beispiel Salbei lassen sich problemlos kopfüber daran aufhängen. Thymian, Rosmarin, Melisse oder Lavendel zum Aufhängen am besten zu kleinen Büscheln binden. Die Büschel sollten aber nicht zu groß sein. Wenn nicht genug Luft an die Kräuter kommt, droht Schimmel. Daher sollte der Ort auch gut durchlüftet sein.

Kräuter zusammenbinden
Mit einer Juteschnur die Kräuter zu kleinen Büscheln binden und aufhängen. © Jenny Sturm – adobe.stock.com

Kräuter richtig lagern

Sobald die Kräuter getrocknet sind, sollten sie in Gefäße gefüllt werden. Denn mit jedem weiteren Tag an der Luft, verliert das Kraut an wertvollen Inhaltsstoffen und Aroma. Wenn die Blätter bei leichtem Druck brechen, dann sind die Kräuter ausreichend getrocknet und können mühelos von den Stängeln gestreift werden. Das Kraut anschließend luftdicht in Gläser und Dosen füllen und an einem kühlen, dunklen Ort lagern.

Kräuter trocknen im Backofen oder Dörrautomaten

Wer Kräuter schneller trocknen möchte, kann dies mithilfe eines Dörrautomaten oder auch im Backofen tun. Allerdings sollte dabei die Temperatur nicht höher als 50 Grad Celsius sein. Für das Trocknen im Ofen die Kräuter auf einem Backblech verteilen und die niedrigste Temperatur einstellen. Die Ofentür mithilfe eines eingeklemmten Holzlöffels einen Spalt breit geöffnet lassen, damit die verdunstende Feuchtigkeit entweichen kann.  Die Trocknungsdauer hängt von der Feuchte und Dicke der Blätter ab und liegt zwischen zwei und drei Stunden. Auch im Dörrautomat liegt die Trocknungszeit je nach Krautart bei zwei bis drei Stunden.

Diese Kräuter eignen sich nicht zum Trocknen

Aber nicht alle Kräuter eignen sich zum Trocknen. Kräuter wie Koriander, Petersilie, Schnittlauch, Dill oder Basilikum verlieren durch das Trocknen fast vollständig ihr Aroma. Sie schmecken frisch am besten. Doch lassen sich einige der Kräuter durch andere Verfahren haltbar machen. Zum Beispiel kann man Basilikum in Öl einlegen oder ein Pesto herstellen. Schnittlauch und Dill kann man gut einfrieren. Dafür die Kräuter waschen, zerkleinern und mit etwas Wasser in Eiswürfelbehälter füllen. So kann man die Küchenkräuter bei Bedarf auftauen und schmecken fast so aromatisch wie frisch geerntet.