Pilze sammeln: So findet ihr die besten Sammelplätze

Die beste Zeit, zum Pilze sammeln ist im Herbst. Also ran an die Pilzkörbe und ab in den Wald. Wir verraten euch, wo ihr die besten Pilze findet und worauf ihr sonst noch so achten solltet.

Begebt Ihr euch auf diese Reise, werdet ihr sehen, dass es ein noch unbekannter Kosmos ist. Vielleicht wird sich sogar euer Blick auf die Welt und euer Respekt ihr gegenüber verändern und hoffentlich werdet Ihr mit vielen Köstlichkeiten zurückkehren.

Zurück zu den Wurzeln: Wie das Pilze sammeln uns wieder auf den Boden holt

Erinnert ihr euch noch daran, wie wir als Kinder durch die Wälder streiften? Mit offenen und neugierigen Augen, einem unbeschwerten Entdeckerfieber und einer Vorfreude auf jene Abenteuer, die hinter jedem Baumstamm auf uns warteten.

Doch wann hat sich dies verändert? Zu welchem Zeitpunkt haben wir den Wald so sehr entmystifiziert, dass er uns nur noch einen gemütlichen Spaziergang verspricht und uns damit nur noch selten in sein geheimnisvolles Dickicht lockt?

Auf jeden Fall zu früh, denn die aktuelle Wissenschaft zeigt, dass der Wald genau dieser mystische Ort ist, der uns als Kinder so sehr reizte. Also höchste Zeit, wieder auf Entdeckungsjagd in die Natur zu gehen und was eignet sich hierfür besser als die Suche nach köstlichen Pilzen.

Wenn wir mit suchendem Blick durch den Wald streifen, die Augen auf den Boden fixiert, klingt das vielleicht immer noch nach einem schön umschriebenen Spaziergang, aber es ist viel mehr. In der Realität ist es ein Abenteuer, eine Spurensuche und eine achtsame Entdeckungsreise zu einer Welt, die uns so fremd und doch so nah ist.

Pilze sammeln: Ein Boost für unsere Gesundheit

Es gibt viele Studien, die beweisen, dass bereits 15 Minuten im Wald messbare Auswirkungen auf unser Stresslevel und unseren Blutdruck haben. Das kommt daher, dass wir die Stimme des Waldes zwar nicht hören, aber einatmen.

Der typische Waldduft wird von den ätherischen Ölen der Bäume ausgeströmt. Diese Duftstoffe sind die sogenannten Terpene. Es wird vermutet, dass die Bäume im Schnitt ungefähr 100 Arten von Terpenen abgeben. Tatsächlich nutzen sie diese unterschiedlichen Duftstoffe, um miteinander zu kommunizieren. Sie warnen sich vor Schädlingen, Dürre, Nährstoffknappheit und bitten sogar um Hilfe.

Aber auch auf uns haben die Terpene eine gesundheitsfördernde Wirkung, so haben sie Einfluss auf unsere Serotoninproduktion, unsere Stresswahrnehmung und unsere Dopaminausschüttung.

Aber nicht nur die Terpene machen den Waldausflug so wertvoll für unsere Gesundheit. Das Wandern und das Klettern über Stock und Stein trägt zur Stärkung von Herz und Muskulatur bei.

Ganz davon abgesehen sind wir auf der Suche nach einem wahren Superfood. Denn Pilze enthalten einiges an:

  • Eiweiß
  • Vitaminen
  • Spurenelementen
  • Ballaststoffen
  • Mangan
  • Zink
  • Kalium.

Also ist Pilze sammeln schon eine gesunde Sache und irgendwie ist es eine sehr magische Vorstellung, dass die Bäume uns heilen, indem sie miteinander sprechen. Aber das ist nicht die einzige Art, wie sie miteinander kommunizieren. Aber dazu betrachten wir mal genauer, was wir da eigentlich sammeln wollen.

Über die Wurzeln hinaus: Das Wood Wide Web der Pilze

Denn dieses Superfood, das wir beim Pilze sammeln ernten, ist lediglich der oberirdische Fruchtkörper einer verborgenen Welt. Der eigentliche Pilz ist nämlich der noch wichtigere Kommunikationskanal der Bäume. Dieser liegt unterirdisch weit über Ihre Wurzeln hinweg. Diese Pilzgeflechte umgeben aber nicht nur die Wurzeln der Bäume, sondern sie durchziehen über mehre Hektar hinweg den gesamten Waldboden. Sie dienen dem gesamten Wald als Kommunikationsplattform, weshalb dieses Netzwerk auch den Name Wood Wide Web bekam.

Die sogenannten Mykorrhiza-Pilze sind ein riesiger Organismus, der mit den Pflanzen des Waldes in völliger Symbiose lebt und Nährstoffe mit ihnen tauscht.

Spezielle Mykorrhiza-Pilzkulturen gibt es mittlerweile auch für den Garten. Diese können unsere Kulturpflanzen stärken und unterstützen. Beim Pilze sammeln schaden wir diesem Organismus übrigens nicht. Also spricht nichts dagegen, jetzt die Theorie zu verlassen und unsere Expedition zu beginnen.

Wann ist die beste Zeit, Pilze zu sammeln?

Das Wachstum von Pilzen hängt von der Wetterlage ab, denn je feucht-wärmer das Wetter ist, umso besser spießen die Pilze. In der Regel sind September und Oktober die beste Zeit, um Pilze zu sammeln. Trotzdem kann man aber auch schon im Sommer die ersten Speisepilze in den Wäldern finden, wie z. B. Champignons, Parasole, Pfifferlinge und die ersten Steinpilze.

Im Herbst findet ihr dann Maronen, Herbsttrompeten, Schopftintlinge und ebenfalls auch noch Steinpilze oder Pfifferlinge. Saison haben auch rauchblättriger Schwefelkopf, Hallimasch und Stockschwämmchen. Diese Pilze sind aber roh nicht essbar und müssen vor dem Verzehr gekocht oder gedünstet werden.

Pilze sammeln: Die letzten Vorbereitungen

Der erste Schritt einer jeden Reise ist das Packen. Das gilt auch für unsere Expedition zu den Pilzen. Die gute Nachricht ist aber, unsere Packliste ist sehr übersichtlich.

Zum Pilze sammeln braucht ihr auf jeden Fall ein Messer. Für Anfänger reicht dafür ein scharfes Taschen- oder Gartenmesser. Später könnt Ihr überlegen, ob ihr euch ein richtiges Pilzmesser zulegt, eines mit Reinigungsborsten und der charakteristischen gebogenen Klinge. Als Zweites braucht ihr natürlich einen Korb oder eine Stofftasche, um eure gefundenen Schätze zu sammeln. In einer Plastiktüte kriegen die Pilze zu wenig Luft und fangen an zu matschen.Was aber für den Anfänger am allerwichtigsten ist: ein gutes Pilzbestimmungsbuch.

Als kleiner Tipp nehmt immer auch eine paar kleine Briefumschläge für Saatgut mit. Manchmal habt ihr Glück und findet reife Samen von Wildkräutern. So ausgerüstet, schlüpft ihr noch in festes und wasserdichtes Schuhwerk und in wettergerechte Kleidung, dann kann die Reise beginnen.

Pilze sammeln: Klein anfangen und sich langsam steigern

Endlich im Wald stehend, spüren wir schon die aufregende Vorfreude, die wir als Kind im Wald verspürt haben. Während uns die Terpene der Bäume begleiten, beginnt unsere Suche. Eine gewisse Ruhe erfüllt uns dabei, ähnlich die einer kurzen Meditation.

Dann, nach etwas Suchen und Glück, stoßen wir endlich auf den ersten Pilz. Doch wie finden wir nun heraus, ob dieser Pilz auch wirklich essbar ist? Dafür haben wir das Pilzbestimmungsbuch dabei. Auf Apps allein solltet ihr euch nicht verlassen, die meisten sind noch zu ungenau, aber als Ergänzung zu einem Bestimmungsbuch sind sie eine gute Orientierungshilfe.

Seid ihr euch nicht sicher, lasst den Pilz lieber stehen.

Pilze sammeln: Sucht zu Anfang nach Steinpilzen

Zu Anfang solltet ihr euch auf Pilze konzentrieren, die ihr gut erkennen könnt. Nach und nach werdet ihr durch regelmäßiges Suchen und Bestimmen immer mehr Pilze kennenlernen. Welche Pilzvielfalt in den verschiedensten Waldstrukturen wachsen, werdet ihr euch durch viele spannende Pilzsammel-Touren erschließen. Dadurch, dass allein in deutschen Wäldern über tausend Pilzsorten wachsen, gibt es unfassbar viel zu entdecken.

Ein guter Einstiegspilz und nicht umsonst einer der beliebtesten Speisepilze ist der Steinpilz. Dieser hat einen zwischen fünf und fünfundzwanzig Zentimeter breiten Hut, der bei ganz jungen Exemplaren weißlich bis hellbraun ist und sich mit zunehmendem Altem dunkelbraun verfärbt. Der Stiel ist sehr charakteristisch. Dieser ist weiß bis graubraun und ähnelt einer umgedrehten Keule. Schaut ihr genau hin, dann erkennt ihr ein weißes Netzgeflecht um ihn herum.

Steinpilze kann man oft vollständig herausdrehen und sie müssen nicht herausgeschnitten werden. © pikselstock – stock.adobe.com

Der Schwamm auf der Unterseite des Hutes bei Steinpilzen anfangs weiß, dann gelb und im Alter olivgrün. Wichtig: Er ist niemals rosa. Findet ihr einen vermeintlichen Steinpilz mit rosa Schwamm, ist es der ungenießbare Gallenröhrling. Dieser unterscheidet sich aber auch an seinem Stiel mit einem braunen, kräftigen Netzgeflecht.

Pilze sammeln: Die besten Orte für Steinpilze

In den Nadel- oder Mischwäldern kommen die meisten Steinpilze vor. Haltet nach Buchen, Fichten, Kiefern oder Eichen Ausschau. In deren Schatten auf sandähnlichem Waldboden werden ihr am meisten Erfolg haben. Solltet ihr dort auf Fliegenpilze stoßen, seid Ihr richtig, diese teilen sich nämlich oft den Lebensraum mit Steinpilzen.

Habt ihr welche gefunden, dann merkt euch am besten den Platz, denn hier werden sie auch die nächsten Jahre immer wieder wachsen. Ob man die Pilze herausdreht oder abschneidet, daran scheiden sich die Geister. In zwei Langzeitstudien wurden aber keine Schäden am Wurzelgeflecht der Pilze festgestellt, egal ob die Pilze herausgedreht oder abgeschnitten wurden. Unser Tipp: Macht was sich besser für euch eignet. Nur Pilze, die noch festes Fleisch haben mitnehmen, weiches, fast schon matschiges oder sogar schimmelndes Pilzfleisch sollte im Wald bleiben. Denn solch bereits verdorbene Pilze führen häufiger zu Problemen als falsch identifizierte Giftpilze.

Nehmt beim Pilze sammeln Rücksicht auf die Natur und achtet darauf, keine Pflanzen zu zertrampeln und keinen Abfall zu hinterlassen. Außerdem solltet ihr nur Pilze für den Eigenbedarf mitnehmen. Hier gelten aber in jedem Bundesland unterschiedliche Regelungen. Meistens gilt: ein Kilo pro Person und Tag.

Pilze sammeln: Wie erkennt man eine Vergiftung?

Falls sich trotz aller Vorsicht doch mal ein nicht genießbarer Pilz reingeschmuggelt hat, erkennt ihr eine Vergiftung nach einer Pilz-Mahlzeit an Symptomen wie Schweißausbrüchen, Durchfall und Benommenheit. Bitte sucht umgehend einen Arzt auf oder wendet euch an den Giftnotruf.