Regionale Kaffee-Alternativen: Die 7 besten Muntermacher

Regionale Kaffee-Alternativen gibt es in Deutschland einige: Statt Bohnenkaffee kann Kaffee auch aus Malz, Getreide, Löwenzahn, Zichorie, Lupine, Eicheln und Esskastanien hergestellt werden. Und wer auf der Suche nach einer koffeinfreien Alternative ist, wird hier ebenfalls fündig.

Der Duft eines frisch aufgebrühten Kaffees am Morgen – einfach herrlich. Aber mal Hand auf’s Herz: Wer lehnt sich zwischen der Zeit des Aus-dem-Bett-Hechtens, Fertigmachens und Auf-dem-Sprung-zur-Arbeit-seins denn noch mal zurück und genießt seinen Kaffee mit hochgelegten Füßen auf dem Balkon oder der Terrasse? Mhmmm, kurz überlegen, wohl die wenigsten. Wenn schon dafür keine Zeit ist, nehmen wir sie uns aber jetzt und reden mal über regionale Kaffee-Alternativen.

Häufig erwische ich mich dabei, wie der Gang zum Kaffeevollautomaten zur Gewohnheit geworden ist. Seitdem dieses gute Stück bei uns eingezogen ist, hat das Kaffeetrinken seine Bedeutung verloren. Es geht schließlich immer. Ein, zwei Knöpfe drücken, kurz ein bisschen Radau und -welch‘ (k)eine Überraschung- voll ist die Tasse.

Ganz schön viel Koffein, den ich so über den Tag in mich hineinschütte, wacher macht er mich aber nicht unbedingt.

Regionale Kaffee-Alternativen: Darum sollten wir weniger Kaffee trinken

Kaffee ist ein beliebter Wachmacher am Morgen, aber es gibt zwei Themenschwerpunkt, warum zu viel Kaffee für uns nicht so gut

  • CO²-Blianz und Klimawandel: Kaffeebohnen können nicht in Deutschland angebaut werden und haben bereits lange Transportwege hinter sich, bis sie bei uns ankommen. Meist werden die Wege mit Schiffen oder Flugzeug zurückgelegt und das ist leider nicht emissionslos.
  • (Zu viel) Koffein sorgt für Gesundheits-Probleme: Manche Menschen reagieren auf den Koffein im Kaffee und bekommen Schlafprobleme oder Herzrasen.

Auch die Arbeits- und Lohnbedingungen der Kaffeebauern, der hohe Wasserverbrauch in den Anbauländern und der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln müssen hier der Vollständigkeit mit aufgeführt werden. Aber eins muss auch klar sein: Kaufen und trinken wir gar keinen Kaffee mehr, wird es den Menschen dort nicht besser gehen. Beim Kauf von Kaffee sollte dann die Lösung im fairen Handel und im nachhaltigen (Bio-)Anbau liegen.

Wir müssen nur die die Haustür aufmachen. Hier bei uns in Deutschland werden nämlich so einige regionale Kaffee-Alternativen angebaut oder wachsen einfach wild in der Natur. Was die Gemeinsamkeit des Kaffeeersatz ist? Sie sind alle koffeinfrei.

Lila blühende Lupinen sind ein regionale Kaffee-Alternativen
Lupinen blühen nicht nur wunderschön, die Samen liefern auch viel Eiweiß. © IMAGO / Andreas Haas

Regionale Kaffee-Alternativen: Getreide statt Kaffeebohnen

Der Klassiker unter den regionale Kaffee-Alternativen ist zweifelsohne Malzkaffee. Er besteht aus gemälzter Gerste – wie Bier. Mälzen ist nichts anderes als ein Keimprozess, bei dem die Gerstenkörner in Wasser eingelegt werden und dann zu keimen beginnen. Dabei entsteht aus Stärke Malzzucker. Getrocknet, geröstet und zu Pulver verarbeitet ähnelt der Geschmack von Malzkaffee stark dem von echtem Kaffee. Na dann, Prost!

Getreidekaffee: Ohne Umweg in die Tasse

Auch Dinkel, Roggen und nicht gekeimte Gerste dienen zur Herstellung von regionalen Ersatz-Kaffees. Dafür wird das Korn getrocknet und geröstet. Die Röstaromen sorgen für den kaffee-ähnlichen Geschmack. Gerade dem Dinkelkaffee werden dabei verdauungsfördernde Eigenschaften nachgesagt. Früher waren Getreidekaffees übrigens die „Arme-Leute“-Antwort auf den teuren Bohnenkaffee.

Lupine, oh du schöne Kaffee-Lieferantin

Lupinenkaffee wird aus der Süßlupine hergestellt. Die Samen werden getrocknet und anschließend geröstet. Er ist glutenfrei und kann mit Vitaminen, Spurenelementen und Eiweiß punkten. Das in der Garten-Lupine enthaltene giftige und bitter schmeckende Lupinin besitzt die Süßlupine nicht.

Glutenfreier Kaffee-Ersatz aus Wurzeln von Löwenzahn und Zichorie

Die „Pusteblume“ – ein wirklich vielseitiges Wildkraut: Erst gelb wie die Sonne, dann ein wahrer Verwandlungskünstler, kann gefühlt mit Luft und Liebe überleben. Und wächst überall, auch da, wo man sie nicht so gerne hat. Tja, und dann sind ihre Wurzeln bärenstark und wehren sich vehement gegen jegliche Form der Entfernung. Aber wenn man sie gezogen hat, lässt sich aus ihnen ebenfalls ein kaffee-ähnliches Getränk herstellen, dass bei Magen- und Verdauungsproblemen Abhilfe schaffen kann.

Die Wurzeln der Zichorie bzw. Gemeinen Wegwarte sind Grundlage für den Zichorienkaffee. Sie werden getrocknet und geröstet. Zichorienkaffee kann mit Mineralstoffen und Spurenelementen aufwarten. Im Handel gibt es reinen Zichorienkaffee, häufig wird er auch Getreidekaffees zugemischt.

Produkte aus Zichorie, Löwenzahn und Lupine ohne weitere Zusätze sind von Natur aus glutenfrei. Sobald sie als Bestandteil von Getreidekaffees verwendet werden, ist dies aber nicht mehr der Fall.

Kaffee aus Eicheln und Esskastanien selber machen

Wenn im Herbst Eicheln und Esskastanien Saison haben, könnt ihr aus ihnen kaffee-ähnliche Getränke ganz einfach zuhause zubereiten. Das ist nicht nur regional, sondern auch noch nachhaltig.
Zubereitungszeit 1 Std.

Equipment

  • Pfanne
  • Messer und ggf. Nussknacker
  • 1-2 Schüsseln, Wasser
  • Mörser oder Kaffeemühle

Zutaten
  

  • 2 Handvoll Eicheln oder Esskastanien

Anleitungen

  • Die Eicheln lasst ihr nach dem Sammeln zwei Tage an einemwarmen Platz trocknen.
  • Dann könnt ihr sie schälen. Sollte das etwas beschwerlich sein, kann ein Nussknacker ganz hilfreich sein. Die braune Haut um die innere Nuss müsst ihr auch entfernen. Nach einem heißen Wasserbad lässt sie sich leichter ablösen.
  • Jetzt, ganz wichtig: Eicheln enthalten Gerbstoffe, die wir nicht vertragen können. Diese Gerbstoffe sind wasserlöslich und verschwinden im Wasserbad. Legt die Eicheln dafür mehrmals nacheinander in frisches Wasser. Wird das Wasser nicht mehr gelb, sind alle Gerbstoffe gelöst und die Eicheln genießbar.
  • Lasst die Eicheln nochmals trocken – entweder für 1-2 Tage wieder an einem warmen Ort oder wenn es schneller gehen soll, bei 100 °C im Backofen. Kleiner Tipp: Holzlöffel in die Backofentür stecken, damit der Wasserdampf entweichen kann.
  • Die getrockneten Eicheln hackt ihr nun in kleine Stücke und röstet sie bei mittlerer Hitze und unter ständigem Wenden in einer Pfanne ohne Öl. Achtet darauf, dass sie nicht zu dunkel werden. Die gerösteten Eichelstückekönnt ihr mit einem Mörser, oder wer hat, mit einer Kaffeemühle, zu Eichelmehl mahlen.
  • Die Herstellung von Esskastanien-Kaffee läuft identisch ab .Auf das Wasserbad könnt ihr aber verzichten, da Esskastanien keine Gerbstoffe haben.
  • Zubereiten könnt ihr eure selbstgemachten Kaffees dann wiegewohnt: Für eine Tasse 2 TL Eichel- oder Esskastanienmehl in einen Tee- oder Kaffeefilter geben und mit heißem Wasser übergießen. Verfeinert mit Zimt und etwas Zucker erhält er dann eine fein-nussige Note.

Regionale Kaffee-Alternativen: Hui oder Pfui?

Regionale Kaffee-Alternativen ohne lange Lieferketten gibt es ausreichend. Welche nun die Beste ist, ist letztendlich Geschmackssache. Wer seinen Kaffee-Konsum reduzieren oder aber einfach mehr auf regionale Produkte setzen möchte, findet bei den zahlreichen heimischen Ersatz-Kaffee bestimmt auch den Passenden für sich selbst. Und hey, mal ganz ehrlich, ich trinke meinen Bohnenkaffee auch immer mit einem Schluck Milch . Das ist bei den Ersatz-Kaffees auch erlaubt! Und vielleicht probiert ihr auch mal aus, eure Hafermilch selber zu machen?