Brennnesseljauche: Den natürlichen Dünger selbst machen

Selbst gemachte Brennnesseljauche kann als natürlicher Dünger eingesetzt werden und die Zutaten dafür wachsen in jedem Stadtpark. So setzt du die Jauche an!

Wer auf dem Balkon Gemüse anbaut und so einige Pflanzen heranzieht, der ist immer froh, wenn man diese in der Wachstumsphase auch mit einem Dünger unterstützen kann. Diesen muss man sich gar nicht teuer im Gartenfachhandel kaufen, sondern ein Blick auf die Methoden unserer Großeltern hilft bereits. Beliebt war früher vor allem eine Pflanzenjauche aus Brennnesseln.

Für die Jauche brauchst du erst einmal eine ganze Menge frische und junge Nesseln, da diese den höchsten Stickstoffgehalt haben, welche Pflanzen zum Wachstum brauchen. Brennnesseln wachsen im Stadtpark. Achte darauf, dass du keinen Metall-Eimer zum Ansetzen der Jauche nutzt: Die Jauche kann nämlich mit dem Metall reagieren und Stoffe herauslösen – und die möchte man nicht für die Pflanzen haben.

Welche Pflanzen vertragen Brennnesseljauche?

Über eine regelmäßige Düngung mit der Jauche freuen sich alle hungrigen Gemüsepflanzen wie Gurken, Tomaten, Kürbisse, Kohl und Zucchini. Auch manche Stauden und Rosen genießen es, damit gedüngt zu werden. Erbsen, Bohnen oder Zwiebeln mögen die Jauche nicht so gerne.

Brennnesseljauche ansetzen

Selbst gemachte Brennnesseljauche kann als natürlicher Dünger eingesetzt werden und die Zutaten dafür wachsen in jedem Stadtpark. So setzt du die Jauche an!
Zubereitungszeit 30 Min.
Portionen 10 Liter

Equipment

  • 1 Paar Gartenhandschuhe
  • 1 Gartenschere
  • 1 10 Liter Eimer aus Plastik, Glas, Keramik oder Holz
  • 1 Passenden Deckel oder Tüll zum Drauflegen/Abdecken
  • 1 1 Holzstock (zum Umrühren)

Zutaten
  

  • 1 kg Brennnesseln (frisch, möglichst jung)
  • 10 Liter Wasser (am besten Regenwasser)
  • etwas Urgesteinsmehl

Anleitungen

  • Die Brennnesseln grob zerteilen und in den Eimer schichten. Holzige Stängel aussortieren.
  • Dann mit Wasser aufgießen. Am besten eignet sich dafür kalkarmes Regenwasser.
  • Da während der Gärung auch unangenehmen Gerüche freigesetzt werden, sollte die Jauche in einer ungenutzten Ecke vom Balkon oder etwas entfernt von der Terrasse stehen. Etwas Gesteinsmehl dazugeben, um die Duftstoffe zu binden. Am Ende gut umrühren.
  • Für den Gärprozess sollte der Eimer für 1-2 Wochen an einem sonnigen Platz stehen. Deckel drauflegen, aber nicht fest verschließen – es entweichen Gase, die bei der Gärung entstehen.
  • Die Jauche sollte täglich umgerührt werden. Sie ist fertig, wenn sie dunkelbraun ist und nicht mehr schäumt.
  • Die fertige Jauche im Verhältnis von 1:10 mit Wasser verdünnt zum Gießen nutzen. (z. B. 1 Liter Jauche auf 10 Liter Wasser).

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Alternative: Brennnesselpaste für kleine Balkone

In der Stadt ist Platz oft Mangelware und auch die meisten Balkone sind nicht riesig. Da will man sich nicht unbedingt einen Eimer mit stinkender Jauche auf den Balkon stellen, oder? Ich bin mittlerweile einem Tipp der Kollegen von kraut&rüben gefolgt und nutze Brennnesselpaste. Dafür püriere ich einfach so viele Nesseln wie nötig und verteile diese um meine Pflanzen, die vom Dünger profitieren sollen. Mit jedem Gießen gelangen die Nährstoffe der Brennnesseln zu den Wurzeln.

Die Paste ist besser geeigneter für alle ohne Garten und noch besser: Du kannst sie auch direkt nutzen und musst nicht die ein bis zwei Wochen Gärzeit abwarten.

Wie lange hält sich Brennnesseljauche?

Die Jauche sollte etwa 2 bis 3 Monate halten, dafür die Jauche aber nicht mehr in der Sonne stehen lassen, sondern an einem schattigen Ort lagern.

Grüne Jauche im Eimer, darüber eine Schaufel mit Gesteinsmehl um den Geruch der Brennnesseljauche zu binden.
Wer Urgesteinsmehl zur Jauche gibt, bindet damit unangenehme Gerüche. © Martina – stock.adobe.com

Ist Brennnesseljauche verboten?

In Deutschland nicht, allerdings in Frankreich ist das Herstellen und Nutzen von Brennnesseljauche verboten. Das französische Landwirtschaftsministerium hat die selbst gemachten Jauchen als „nicht zugelassenes Pflanzenschutzmittel“ bewertet und in dem Zuge bereits 2006 verboten. Auch das Wissen rund um die Herstellung wurde unter Strafe gestellt. 75.000 Euro Strafe kostet es, wer dagegen verstößt.

Brennnessel-Brühe gehen Blattläuse

Doch Brennnesseln eignen sich nicht nur als Dünger, sondern du kannst mit einer selbst hergestellten Brennnessel-Brühe auch die fiesen kleinen Blattläuse vertreiben. Sammel ein paar Hände Brennnesseln und lasse sie ein bis zwei Tage in zwei Liter Wasser ziehen, danach filterst du das Wasser ab. Den verbleibenden Sud füllst du unverdünnt in eine Spritzflasche und sprühst ihn auf betroffene Pflanzen – die Blattunterseite nicht vergessen. Die enthaltenen Nesselgifte töten die Blattläuse und sie fallen runter. Denk dran: nicht zur Mittagszeit und voller Sonneneinstrahlung sprühen, sonst verbrennen deine Pflanzen.