Rezept: Nordischer Käsekuchen mit schwarzen Johannisbeeren

Was ist ein nordischer Käsekuchen fragt ihr? Wir denken, es ist der beste Käsekuchen der Welt und mit schwarzen Johannisbeeren noch umso mehr. Hier geht’s zum Rezept!

Käse mag ich sehr. Käsekuchen mag ich aber noch viel lieber. Warum? Nun ja. Erstmal ist es Kuchen. Und dann lässt sich damit so viel anstellen. Allein, wenn man die Grundzutat variiert, kommen ganz unterschiedliche Ergebnisse raus. Quark, Schmand, Frischkäse oder Joghurt: Jedes Produkt bringt seinen eigenen Geschmack mit. Käsekuchen passt immer und hat eigentlich immer Saison. Im Frühling und im Sommer kombiniert man ihn mit Früchten. Oder ihr spart euch das Backen und macht eine Kühlschranktorte draus. Zur kühleren Jahreszeit wird Käsekuchen mit den passenden Gewürzen zur weihnachtlichen Schlemmerei. Und weil die Grundzutat ein Milchprodukt ist, gibt es ihn auf der ganzen Welt in den verschiedensten Variationen.

Käsekuchen rund um die Welt

Da gibt es den klassischen deutschen Käsekuchen, dessen Füllung schnittfest ist und mit Mürbeteig kombiniert wird. Meine Lieblingsvariante aus Kindertagen ist hier der russische Zupfkuchen. Aber auch Versionen mit Obst oder Marmelade sind köstlich. Dann haben wir den New York Cheesecake, der viel mehr Füllung hat und deutlich luftiger ist. Er wird oft mit Soßen kombiniert und hier reichen die Variationen von Erdbeere über Schokolade bis zu Salted Caramell. Damit gehört er eher in die Kategorie „Dessert“ als Kuchen – was gar nicht überraschend ist.

Tatsächlich werden im angloamerikanischen Raum viel öfter Kuchen als Dessert gereicht als bei uns. Der Boden besteht oft aus zerkrümelten Keksen und zerlassener Butter. Eher weniger bekannt, aber nicht minder lecker, ist der japanische Käsekuchen. Der verzichtet ganz auf Boden und besteht quasi nur aus Füllung. Diese Version wird im Wasserbad gebacken und heißt nicht umsonst auch „Jiggly Cake“: Er ist sehr fluffig und wackelt auf dem Teller wie Götterspeise.

Nordischer Käsekuchen: der ungeschlagene Favorit

Wir wollen hier heute aber nicht mit Wasserbad rumplätschern. Und der New York Cheesecake ist mir persönlich oft zu üppig und zu süß. Gerade im Sommer – möge er noch so regnerisch sein – ist das so gar nicht nach meinem Geschmack. Darum möchte ich euch mit meinem Rezept in den europäischen Norden entführen.
Die Basis für den Kuchen bildet ein Mürbeteig mit Porridge. Diese Zubereitung für Haferbrei besteht aus einer Mischung von zarten und kernigen Haferflocken und ist eigentlich ein britischer Frühstücksklassiker (schottisch mit einer Prise Salz!).

Doch Hafer ist auch in Skandinavien zu Hause, gedeiht dort dank der langen Sommertage besonders gut. Darum passt er auch ganz wunderbar zu unserem nordischen Käsekuchen.


Als Grundlage für die Füllung verwende ich Skyr. Der wurde schon von den Wikingern aus magerer Kuh- oder Schafmilch hergestellt. Seit einigen Jahren ist er auch in Deutschland präsent und mittlerweile in jedem Supermarkt im Joghurtregal zu finden. Wenig Fett und viel Eiweiß machen Skyr mit Haferflocken, ein paar Beeren oder Rosinen und etwas Honig zum idealen Frühstück.


Schwarze Johannisbeeren sind die fruchtige Komponente. Warum? Weil ich sie sonst zugegebenermaßen sehr stiefmütterlich behandle. Ja, sie wachsen in Mamas und Schwiegermamas Garten, und zwar reichlich. Aber sie sind nicht so schön knallig rot und geschmacklich konnte ich mich (als Kind) nie mit ihnen anfreunden. Daher wurden sie bisher nur in Marmelade und Saft mitverarbeitet.

Als meine Schwiegermama uns vor einigen Tagen ein Schälchen frischgepflückter schwarzer Beerchen brachte, war ich vom Geschmack überrascht und begeistert! Süßlich-erdig, herb, säuerlich… für mich tatsächlich schwer zu beschreiben. Aber es war klar, dass sie einen Kuchen bekommen!

Nordischer Käsekuchen ist nicht zuckersüß, aber der knusprigen Haferboden in Kombination mit der cremigen Skyrfüllung und den säuerlichen Johannisbeeren ist ein Genuss. Hier ist mein Rezept für nordischen Käsekuchen:

Nordischer Käsekuchen mit Schwarzen Johannisbeeren

Portionen 4

Zutaten
  

Porridge-Mürbeteig

  • 250 g Mehl
  • 200 g Butter
  • 150 g Porridge
  • 130 g Zucker
  • 1 Prise Salz

Für die Füllung

  • 400 g Skyr
  • 80 g Zucker
  • 2 TL Vanilleextrakt
  • 200 – 250 g Schwarze Johannisbeeren

Anleitungen

  • Vermischt das Mehl mit dem Porridge in einer Rührschüssel. Die Butter kommt in Stücke geschnitten dazu, Zucker und Salz werden vermengt und kommen auch in die Schüssel. Mit dem Knethaken der Küchenmaschine wird die Masse nun so lange bearbeitet, bis alles von der Butter durchfeuchtet ist – es sieht dann ein bisschen aus wie nasser Sand. Nun kommt das Ei dazu und alles wird zu einer homogenen Masse geknetet.
  • Mürbeteig sollte immer ruhen, ehe er verarbeitet wird.Wickelt ihn daher in Folie und legt ihn für etwa eine Stunde in denKühlschrank. Wenn er länger liegt, macht es auch nichts – Mürbeteig ist alsoideal, um ihn am Abend vorzubereiten, über Nacht setzen zu lassen und amnächsten Tag zu verarbeiten.
  • In der Zwischenzeit könnt ihr die Füllung vorbereiten. Skyr,Eier, Zucker und Vanilleextrakt werden in einer Schüssel mit dem Schneebesenverrührt. Probiert die Masse und gebt eventuell noch etwas Zucker und/oderVanilleextrakt hinzu – fertig. So einfach kann es sein 😉
  • Wenn der Teig ausreichend Ruhe hatte, fettet eine Springform(24 – 26cm) und stäubt sie mit Mehl aus. Der Backofen wird auf 180°C Umluftvorgeheizt.
  • Aus der Folie gewickelt, könnt ihr den Teig ein paar Minutenbei Zimmertemperatur liegen lassen, dann lässt er sich etwas einfachverarbeiten.
  • Knetet ihn nochmal kurz durch und rollt ihn auf einerbemehlten Arbeitsfläche etwa 3 mm dick aus. Nutzt reichlich Mehl, auch für dasNudelholz, sonst klebt der Teig überall an und reißt. Das ist zwar nicht schlimm,weil es sich leicht beheben lässt, nervt aber. Überschüssiges Mehl auf dem Teiglässt sich leicht mit einem Küchenpinsel entfernen.
  • Schneidet den Teig passend zu, legt ihn in die Springformund formt dann einen etwa 2 bis 3 cm hohen Rand. Hier könnt ihr ruhig„anstückeln“: drückt die Teigstücke einfach mit den Fingern zusammen, bis dieNahtstelle nicht mehr zu sehen ist. Bei mir darf die Kante gerne unregelmäßigund wellig aussehen, daher arbeite ich öfter mit solchem Stückwerk.
  • Wenn ihr es gerne akkurat habt und eine glatte Kante wollt,rollt den übrigen Teig nochmal auf Bodendicke länglich aus, schneidet mit einemPizzaschneider einen etwa 3 cm breiten Streifen in der Länge des Kreisumfangs(2π×Radius)zu, legt ihn um den Boden und drückt ihn fest.
  • Nun füllt ihr die Skyr-Masse in die Form und verteilt diegewaschenen und verlesenen Beeren gleichmäßig darauf.
  • Gebacken wird der Kuchen etwa 60 Minuten. Habt ein Augedarauf und deckt ihn nach 40 bis 45 Minuten mit einem Stück Backpapier ab,damit er nicht zu dunkel wird.
  • Lasst den Kuchen in der Form auskühlen, löst dann den Randvorsichtig und setzt den Kuchen auf eine Platte. Wenn ihr wollt, bestäubt ihnnoch mit Puderzucker.

Auf der nächsten Kaffeetafel wird nordischer Käsekuchen aufgetischt. Genießt es.

Alles Liebe, Veronika

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