Rezept: Apfelbrot – und eine kleine Erkenntnis beim Schnippeln

Veronika hat sich im Rezeptwust ihrer Mama fast verirrt, als sie dieses köstliche Apfelbrot gesucht hat. Dafür kam ihr beim Backen eine Erkenntnis.

Das heutige Rezept für köstliches Apfelbrot ist einer DER Favoriten in der Familie. Nicht nur mein Mann inhaliert es regelrecht, auch meine Brüder, Schwägerinnen und Schwiegereltern sind mittlerweile ganz wild darauf. Sobald der Herbst sich einläutet und die heimische Apfelernte im Gange ist, kommt gerne mal ein dezenter Hinweis: „Jetzt wäre doch dann bald Zeit für Apfelbrot, oder?“

Mamas legendärer Rezeptwust

Das Rezept ist von meiner Mama und ist so simpel wie lecker. Es stammt aus ihrem für Außenstehende unüberschaubaren Wust an handgeschriebenen Rezepten. Notizzettel sind hinten und vorne beschrieben, über Kopf und quer, dazwischen Kopien oder gar Faxausdrucke und Ausschnitte aus Zeitschriften. Ihr kennt diese Sammlungen sicher auch. Vielleicht habt ihr sogar schon eine eigene. Trotz des vermeintlichen Chaos findet sich jeder, der so einen Rezeptwust erschafft, bestens darin zurecht. Man kann jede noch so krakelige Notiz entziffern und trotz Wasserflecken und ausgeblichener Tinte alle Anweisungen befolgen.

Oft sind diese Rezepte jedoch nur Gedankenstützen und werden durch wichtige, mündlich übertragene Anweisungen und Tipps ergänzt: „So eine Handvoll ungefähr“, „Das merkst du dann schon“, „Aber nicht zu viel“, „Da schaust du halt, was du da hast“ und „Das siehst du dann ja, wie es sein muss“. Auch das Apfelbrot war so ein „Mach-mal“-Rezept, das ich irgendwann in konkrete Mengenangaben und Arbeitsschritte umgewandelt habe.

Das Apfelbrot der Erkenntnis

Da das Apfelbrot bestens zum Einfrieren geeignet ist, mach ich immer gleich die doppelte Menge mit eineinhalb Kilo Äpfeln. Als ich dieses Mal also so in der Küche stand und meinen Apfelberg wegschälte und -schnippelte, kam mir eine Frage. Warum stört mich diese Arbeit beim Backen überhaupt nicht – beim Vorbereiten von Kochzutaten dafür aber umso mehr? Selbst, wenn ich im Frühjahr meinen Erdbeerlimes mache, zerkleinere ich die Erdbeeren dafür mit Freuden – egal, ob es nun 500 Gramm sind oder zwei Kilo. Aber wehe, ich soll eine Zwiebel und zwei Karotten zurecht schneiden für Geschnetzeltes. Gut, bei der Zwiebel liegt’s wahrscheinlich am Geruch und an den tränenden Augen. Aber sonst?

Warum habe ich für Backen so viel Geduld und beim Kochen kann’s mir aber oft nicht schnell genug gehen? Die Antwort ist relativ einfach. Kochen ist Pflicht. Backen ist die Kür. Gerade in den letzten eineinhalb Jahren, mit einem Mann im Vollzeit-Homeoffice, wurde das Kochen teilweise richtig lästig. Versteht mich nicht falsch: Mein Mann ist KEIN Macho alter Schule, der täglich pünktlich seinen Braten auf dem Tisch haben will, keinesfalls. Es hat sich bei uns aus vielerlei Gründen aber so ergeben, dass ich deutlich weniger arbeite – dafür aber vor allem die Küche meine Zuständigkeit ist.

Apfelbrot von oben fotografiert auf einem Holztisch und einer Schieferplatte. Zwei Scheiben vom Brot liegen angeschnitten daneben und man sieht die grobe Struktur des Brots.
Ganze Haselnüsse, Apfelstücke und mehr: Das Apfelbrot begeistert! © Veronika Schier

Backen vs. Kochen

Daher fühle ich mich aus mir selbst heraus verpflichtet, ihn (und uns) gut zu versorgen. Das mach ich ganz grundsätzlich auch gerne. Aber es ist eben eine Pflicht, deren Ergebnis oft hingenommen wird. So, wie man im Alltag einer Beziehung den anderen nur allzu oft einfach hinnimmt. Das ist bedauerlich, aber nur menschlich. Und: ich „muss“ kochen. Wir brauchen was zu Essen. Ob es jetzt tatsächlich ein toller Braten ist oder nur die Nudeln mit frischer Tomatensoße – etwas muss gekocht werden und zur Mittagspause fertig sein. Vom Planen, Einkaufen und Aufräumen danach ganz zu schweigen.

Beim Backen ist das was anderes. Da darf ich. Wenn ich will. Und wann ich will. Wutbedingter Backanfall um halb neun Uhr abends? Kein Problem. Die meisten Backzutaten hab ich in der Speisekammer gelagert, weil sie ewig haltbar sind – auch ein großer Vorteil gegenüber empfindlichen frischen Kochzutaten. Und ich kann fest davon ausgehen, dass es nicht einfach hingenommen wird. Dass da nichts gegessen wird, weil man eben Hunger hat. Sondern nur, weil’s wirklich schmeckt.

Und vielleicht – aber nur vielleicht – schmeckt man sogar, dass ich Backen einfach liebe…

Apfelbrot von oben fotografiert auf einem Holztisch und einer Schieferplatte. Zwei Scheiben vom Brot liegen angeschnitten daneben und man sieht die grobe Struktur des Brots.

Mamas köstliches Apfelbrot

Das Rezept für ein leckeres Apfelbrot nach Veronikas Mama. Lecker, schwer und passend für die kalten Adventstage.
Noch keine Bewertungen

Klick auf die Sterne zum Bewerten!

Vorbereitung 20 Min.
Zubereitung 1 Std. 15 Min.
Gesamtzeit 1 Std. 35 Min.
Gericht Beilage, Frühstück, Nachspeise
Portionen 1 Brot

Equipment

  • Kastenform, Fett und Mehl für die Form

Zutaten
  

  • 750 g Äpfel
  • 250 g Zucker
  • 200 g Rosinen
  • 200 g ganze Haselnüsse
  • 15 g Lebkuchengewürz (alternativ kannst du auch andere Gewürze nach deinen Wünschen mischen: Kardamom, Zimt, Nelken, Anis…)
  • 500 g Mehl
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 1 TL Salz
  • 1 EL Kakao optional

Anleitung

  • Die Äpfel werden geschält, entkernt und in Würfel geschnitten.
  • In einer großen Schüssel (idealerweise mit Deckel) mischt ihr Apfelstücke, Zucker, Rosinen, Nüsse, Gewürze und Kakao gut durch. Lasst die Mischung am besten über Nacht durchziehen.
  • Am nächsten Tag heizt ihr den Backofen auf 170° Ober-/Unterhitze vor.
  • Rührt die Apfelmischung nochmal gut durch. So verteilt sich die entstandene Feuchtigkeit. Dann gebt ihr Mehl, Kakao, Backpulver und Salz dazu und mischt alles nochmal gut durch, bis eine klebrig-klumpige Masse entstanden ist.
  • Die Kastenform wird gründlich gefettet und mit Mehl ausgestäubt. Wenn ihr hier pflanzliches Fett verwendet, ist das Apfelbrot komplett vegan!
  • Füllt die Apfelmasse in die Form.
  • Das Apfelbrot kommt für etwa 75 Minuten in den Ofen. Wenn es euch oben zu dunkel wird, deckt es einfach mit Backpapier ab.
  • In der Form auskühlen lassen.
  • Wenn sich oben auf dem Brot noch Mehlreste befinden und euch das stört, könnt ihr die ganz einfach mit einem Backpinsel entfernen.
Schlagworte Apfel, Silvester, Weihnachten, Winter

Das fertigeApfelbrot lässt sich übrigens wunderbar einfrieren!

Alles Liebe, Veronika

>>> Mehr von unserer „… und wer isst das alles?“-Kolumne von Veronika Schier lesen.