Rezept: Rotkohl kochen – so einfach ist das!

Im Winter gehört Rotkohl zu meinen liebsten Beilagen, auch abseits der Weihnachtszeit. Hier verrate ich dir mein einfaches Rezept, um Rotkohl zu kochen.

Im letzten Jahr habe ich zum ersten Mal auf meinem Gemüsefeld mitten in München endlich auch ein paar Kohlköpfe ernten können. In den Jahren zu vor habe ich den Kohl zu nah an die Tomaten gepflanzt, mit dem Ergebnis, dass diese den Kohl völlig überwuchsen. Danach haben mir Tiere die kleinen Kohlköpfe weggeknabbert. Aber letztes Jahr war ich erfolgreich! Weißkohl! Rotkohl! Chinakohl – endlich gab’s eine kleine Belohnung für die Mühen der vergangenen Jahre.

Doch wie es halt so ist, wenn im Herbst die Ernte eingefahren wird: Es ist zu viel. So wurde eingekocht, fermentiert ( z. B. Kimchi) und ich habe zum ersten Mal alleine an den roten gemacht. Natürlich hab ich erst einmal bei Oma angerufen, ob ich den wirklich Schmalz brauche. „Ach, Butter reicht auch!“ hat Oma gesagt – also alles gut in der Versuchsküche. Mittlerweile hab ich schon mehrfach klassischen Rotkohl gekocht und bin sehr zufrieden. Es schmeckt sooo viel besser als das aus dem Glas. Mein Rezept teil ich hiermit dir. 😊

Holztisch, in einer lila Schale ist gekochter Rotkohl. Auf dem Tisch liegt eine graue Serviette und 2 Äpfel, sowie eine angeschnittene Zwiebel

Rotkohl einfach selbst gemacht

Im Winter gehört Rotkohl zu meinen liebsten Beilagen, auch abseits der Weihnachtszeit. Hier verrate ich dir mein einfaches Rezept, um Rotkohl zu kochen.
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Vorbereitung 25 Min.
Zubereitung 1 Std.
Gesamtzeit 1 Std. 25 Min.
Gericht Beilage
Portionen 4 Portionen

Equipment

  • 1 Topf mit Deckel
  • 1 Tee-Ei

Zutaten
  

  • 500 g Rotkohl
  • 50 g Butter
  • 1 kleiner Apfel in kleine Würfel geschnitten
  • 2 EL Zucker
  • 2 EL Apfelessig
  • 2 Lorbeerblätter
  • 5 Nelken
  • 5 Wacholderbeereb
  • 100 ml Rotwein Alternativ: Traubensaft, Rote-Beete-Saft
  • 1 TL Speisestärke
  • Salz

Anleitungen

  • Rotkohl vorbereiten: Äußere Blätter entfernen, vierteln und Strunk herausschneiden. Danach in feine Streifen schneiden oder hobbeln.
  • Zwiebel schälen und in feine Würfel schneiden. Apfel waschen, entkernen und auch in kleine Würfel schneiden. Falls du magst, kannst du den Apfel auch schälen. Ich lass die Schale gerne dran.
  • Butter in einem Topf schmelzen und darin Zwiebeln glasig werden lassen. Dann den Apfel und 2 EL Zucker dazugeben und ein paar Minuten dünsten lassen.
  • Dann gibst du den Rotkohl und gleichzeitig auch die 2 EL Apfelessig dazu. Durch den Essig behält der Rotkohl seine Farbe.
    Rotkohl kochen
  • Dann gibt’s du 300 ml Wasser und Salz dazu. Die Lorbeerblätter kannst du einfach so unter den Rotkohl geben. Nelken und Wacholderbeeren gibst du in ein Tee-Ei. Dann für 45 Minuten bei kleiner Hitze köcheln.
  • Nach der Kochzeit entfernst du das Tee-Ei mit den Gewürzen und verrührst im Rotwein (Alternative: Traubensaft) 50 g Speisestärke. Dies bindet die Flüssigkeit um den Rotkohl und macht ihn cremiger. Dazu noch einmal kurz aufkochen. Die Lorbeerblätter lasse ich im Rotkohl – mitessen tut man diese aber nicht.
  • Danach mit Salz, Zucker und etwas Essig abschmecken.
  • Damit wäre der klassische Rotkohl schon fertig und servierbar. Ich lasse den Rotkohl dann aber noch etwa 12 Stunden stehen und wärme ihn am nächsten Tag noch einmal auf.
    Rotkohl in einer weißen Schüssel auf Holztisch
Schlagworte Apfel, Herbst, Kohl, Winter

Wie schneide ich Rotkohl am besten?

Ich schneide heute Rotkohl noch genauso, wie ich es von Oma gelernt habe. Zuerst entferne ich die äußeren Blätter vom Kohlkopf. Daheim haben das die Hoftiere als Futter bekommen, bei mir schneide ich den Kohl klein und werfe sie in die Wurmkiste.

Danach viertel ich den Kohlkopf und schneide schräg den Strunk heraus. Den will nämlich keiner essen, weil er so hart ist. Dann nehme ich mir jeweils die Viertel und schneide quer immer Scheiben ab, um die bekannten Rotkohl-Streifen zu erhalten.

Die besten Äpfel für Rotkohl

Am besten eignen sich für Apfel-Rotkohl säuerliche Apfel-Sorten wie Boskoop, Elstar oder Jonagold. Die Äpfel müssen nicht geschält werden, kannst du aber auch machen, falls du es so lieber magst.

Wie bekomme ich Rotkohl schön rot?

Wie bei vielen farbintensiven Lebensmittel, färbt auch Rotkohl beim Kochen ab. Dem Ausbluten der Farbe lässt sich aber relativ leicht entgegenwirken. Du brauchst nur Säure in den Kochtopf geben. Dies kann Zitronensaft oder ein Schuss Essig sein, die gemeinsam mit dem Rotkohl in den Topf kommen. Ohne die Säure verliert der Rotkohl seine Farbe und schaut dann sehr ausgewaschen oder grau aus. Du kannst auch etwas Traubensaft oder Rotwein hinzugeben, um die rote Farbe etwas intensiver zu machen.

Kleiner Tipp, der auch beim Arbeiten mit rote Beete hilft: Hände mit etwas Öl einreiben. Dann geht die Farbe später besser ab.

Was kann man machen, wenn Rotkohl zu sauer wurde?

Manchmal ist der Essig doch etwas zu locker in der Hand und der Rotkohl ist beim Abschmecken zu sauer. Das ist kein Problem. Du kannst einfach etwas Honig dazugeben und dadurch wird der saure Geschmack wieder abmildern. Auch Gelee aus Holunder oder schwarzen Johannisbeeren sind ein geschmacklicher Süße-Booster, die gekochten Rotkohl besonders machen können.

Regionale Unterschiede: Rotkohl oder Blaukraut – was denn nun?

Wie nennt es Rotkohl bei dir? ich komme aus Norddeutschland und kenne vor allem die Bezeichnung „Rotkohl“. Ich lebe aber in München und hier sagt man meistens „Blaukraut“ dazu und auch im Netz ist es immer wieder Thema, wie dieser Kohl genannt wird. Grob lässt es sich wie folgt einteilen:

  • Rotkohl: Norddeutschland
  • Rotkraut: Mittel- und Südwestdeutschland, Ostösterreich, Schweiz
  • Blaukraut: Süddeutschland, Österreich

Wusstest du, dass bei Hortensien der pH-Wert des Bodens die Farbe der Blütenbälle beeinflusst? Genauso ist es übrigens auch beim Rotkohl! Ist der Boden sauer werden die Blätter des Kohls rötlicher und in alkalischen Böden sind die Bläter bläulicher. In Norddeutschland hatte der Boden, auch durch die zahlreichen Hochmoore, einen hohen Säuregehalt. Die Rechnung wäre also: saurer Boden = rötlicher Kohl. Das wäre eine Erklärung für die regionalen Unterschiede.

Rotkohl in einer braunen Schüssel auf Holztisch, daneben steht ein Teller mit Kartoffelstampf und Frikadellen
Nichts geht über selbst gemachtes Kartoffelstampf und Rotkohl. © Stephanie Drewing

Aber auch die Art und Weise, wie der Kohl in der Küche weiterverarbeitet wird, spielt eine Rolle bei der Farbe. Je mehr Säure wie Essig, Zitronensaft, Äpfel oder Wein beim Kochen verwendet wird, um so stärker kommt die rote Farbe heraus. In Süddeutschland kommt oft Zucker und Natron zum Einsatz, was die blaue Farbe fördert.

Wenn ich ehrlich sein soll, dann ist der Kohl für mich eher lila – oder wie siehst du das?