Rezept: Winterliches Tiramisu (ohne Ei und Alkohol)

Weihnachten ist vorbei und Veronika lässt sich mit Wonne in das Loch „zwischen den Jahren“ fallen. Zeit für ein winterliches Tiramisu bleibt aber trotzdem.

Adieu, Weihnachtsstress

Der Advent und die Weihnachtsfeiertage sind rum. Gans und Co. sind verzehrt, Geschenke verschenkt und ausgepackt, der Plätzchenvorrat neigt sich seinem Ende zu. An den Anblick des Christbaums und anderer weihnachtlicher Deko haben wir uns schnell gewöhnt. Haben einige von euch die Wohnungen vielleicht sogar schon wieder „entweihnachtet“?
Die vergangenen Adventswochen waren voll von geschäftiger Betriebsamkeit. Denn in dieser Zeit gibt es immer reichlich zu tun: Haus dekorieren, Christbaum kaufen, Weihnachtsschmuck auswählen, Plätzchen backen, Geschenke besorgen, die Feiertage koordinieren und so weiter. Dann noch die Feiertage selbst mit Verwandtenbesuch und Schlemmerei. Übersättigung auf allen Ebenen. Und dabei glaube ich, dass andere ihren Advent und die Feiertage sehr viel voller gestalten als wir das tun.

Eine seltsame Phase

Nach dem 26. Dezember beginnt eine Phase des Jahres, die ich immer als ein bisschen seltsam empfinde. Ich weiß nicht so recht, welches Datum wir haben, vom Wochentag ganz zu schweigen. Eine gewisse Antriebslosigkeit ergreift mich. Fast scheint es so, als würden sich Körper und vor allem Seele jetzt, in den Tagen bis Silvester, jene Stille holen, die ihnen in den Wochen vor Weihnachten versagt blieb. Zwar wird gerne der Advent als „die stille Zeit“ bezeichnet.

Für mich jedoch findet die nicht in den vier Wochen vor Weihnachten statt. Sondern hauptsächlich in den Tagen danach. Vielleicht geht es euch ähnlich? In dieser knappen Woche spielen feste Tagesabläufe oder Uhrzeit für mich kaum eine Rolle. Ich lass mich durch die Tage treiben, schmiede keine Pläne und halte mich von „guten Vorsätzen“ fern. Lesen, handarbeiten, rumlümmeln, die Katzen beschmusen und Weihnachtsreste verputzen. Diese Tage wabern diffus dahin, vergehen einerseits gar nicht und andererseits wie im Flug. Es ist eine seltsame Phase. Aber irgendwie schön. Und herrlich zwanglos.

Vorbereitungen? Nur, wenn es sein muss

Zwar ist Silvester schon in Sicht, doch im Vergleich zu Weihnachten ist der Jahresabschluss bei uns ein recht zurückhaltendes Fest. Wir feiern zu Viert, mit einem befreundeten Paar. Und es gibt Fondue. Jedes Jahr. Die Vorbereitungen beschränken sich bei uns auf Anrühren von Dips, Ansetzen der Brühe und Schnippeln für Salat. Einzig beim Dessert hab ich mich schon öfter in Aufwändigkeiten verstiegen – natürlich muss dann eine besondere Torte her, deren Herstellung mit allen Kühlzeiten gerne mal drei Tage beansprucht.

Doch selbst dafür fielen jene Vorbereitungen, die mich am ehesten stressen, in die Zeit vor Weihnachten: Idee finden, Konzept entwickeln, Rezepte raussuchen, kombinieren, eventuell schwer erhältliche Zutaten online bestellen. Und immer wieder der Abgleich, ob auch alle Teile allen schmecken. Diese Vor-Vorbereitungen sind für mich tatsächlich das Aufwändigste. Das Backen an sich geht mir meistens leicht von der Hand.

Endlich Zeit für Tiramisu

Aber dieses Jahr lass ich sogar das aufwändige Dessert weg und halte es simpel. Es wird ein winterliches Tiramisu geben. Das lässt sich am Tag vorher vorbereiten und dauert vielleicht eine halbe Stunde. Den Rest macht der Kühlschrank. Deswegen ist das Rezept auch bestens für alle geeignet, die ihren Silvesterabend aufwändiger gestalten und keine Zeit (oder Lust) haben, sich mit einem komplizierten Dessert zu beschäftigen.
Da ich der Verwendung von rohem Ei grundsätzlich skeptisch gegenüber stehe und wir daheim kaum Alkohol trinken, ist das Rezept ei- und alkoholfrei – Kinder können also auch bedenkenlos mitnaschen.

Angerichtetes Tiramisu von Veronika
Tiramisu-Liebe: Sieht fast aus wie ein Samtkissen, oder? © Veronika Schier

Winterliches Tiramisu ohne Ei und Alkohol

Das Rezept reicht für 4 bis 6 Portionen, in einer Form von etwa 24x24cm.

Zutaten
  

  • 250 g Mascarpone
  • 250 g Quark Halbfett- oder Magerstufe
  • 200 g Sahne
  • 100 g Puderzucker
  • 1 TL Vanillepaste oder das Mark aus einer Vanilleschote
  • 200 ml Espresso oder sehr starker Kaffee
  • Bittermandelaroma nach Geschmack
  • 400 g Gewürzspekulatius
  • Kakao
  • 400 g Him- oder Waldbeeren TK
  • Goldpuder, Glitzerstreusel.. nach Belieben als Deko

Anleitungen

  • Kocht zunächst den Espresso oder den Kaffee. Ich bevorzuge dafür den typischen Espressokocher auf der Herdplatte. Aber natürlich geht auch jeder andere Kaffee, zur Not auch aus Instantpulver. Während der Espresso auskühlt, genießt ihr am besten selbst noch ein Tässchen. Entspannung ist wichtig in diesen Tagen.
  • Mascarpone, Quark und Sahne gebt ihr mit Puderzucker, Vanillepaste und Bittermandelaroma in eine Schüssel und schlagt alles zusammen cremig auf.
  • Bei der Dosierung des Bittermandelaromas empfiehlt sich Vorsicht. Fangt mit ein paar Tropfen an, verrührt die Masse und probiert erstmal. So könnt ihr euch langsam an euren Geschmack rantasten und lauft nicht Gefahr, dass das Tiramisu am Ende zu intensiv danach schmeckt.
  • Für einen besonders winterlichen und spät-weihnachtlichen Geschmack könnt ihr noch Gewürze wie Zimt oder Kardamom in die Creme rühren.
  • Legt eine erste Schicht Spekulatius in die Form. Pro Schicht verwende ich zwei Lagen Spekulatius übereinander. So bleibt das Verhältnis der Kekse zur Creme ähnlich wie beim normalen Tiramisu mit Löffelbiskuit, die ja deutlich dicker sind als unser Spekulatius.
  • Beträufelt die Kekse mit dem abgekühlten Espresso. Der Spekulatius sollte gut feucht sein, sich aber nicht komplett vollsaugen. Ich tränke immer nur eine Lage pro Schicht und lass die zweite trocken. So bleibt etwas „Knack“ erhalten. Durch die Creme und die Ziehzeit werden die Kekse sowieso noch weicher.
    Tipp: tränkt die zweite Lage Spekulatius. Dann bleiben diese an der ersten (trockenen) Lage kleben und das Aufstreichen der Creme geht leichter.
  • Verteilt nun eine Schicht der Creme auf dem Spekulatius und streicht sie schön glatt.
  • So wird abwechselnd weitergeschichtet, bis die Creme aufgebraucht ist.
  • Deckt das Tiramisu mit Folie ab und lasst es über Nacht im Kühlschrank durchziehen, ehe ihr es euch schmecken lasst.
  • Lasst die TK-Beeren in einer Schüssel auftauen. Am schonendsten geht das ebenfalls über Nacht im Kühlschrank. Wenn ihr sie mal vergesst, geht’s aber auch in der Mikrowelle.
  • Nehmt die Leckerei einige Minuten vor dem Servieren aus dem Kühlschrank. Übrigen Spekulatius könnt ihr zerkrümelt über das Tiramisu streuen – das sorgt für etwas zusätzlichen Knuspereffekt.
  • Bestäubt das Tiramisu kräftig mit Kakao und dekoriert es nach eurem Geschmack.

Meine Tiramisu-Tipps

Ihr könnt die Beeren auch tiefgefroren direkt ins winterliche Tiramisu geben. Dann ist es allerdings nicht so lange haltbar. Serviert ihr die Beeren extra, hält das Dessert auch noch ein oder zwei Tage länger. Durch den Verzicht auf rohe Eier in der Creme ist das überhaupt kein Problem.

Den Spekulatius könnt ihr natürlich jederzeit durch Löffelbiskuit (oder andere Kekse) ersetzen – dann schmeckt das Tiramisu auch zu Ostern oder beim Grillfest.
Wenn ihr eine Variante mit Alkohol bevorzugt, lasst das Bittermandelaroma weg und nehmt stattdessen Amarettolikör.

Ich wünsch euch einen guten Rutsch – bis nächstes Jahr!

Alles Liebe

Veronika

>>> Mehr von unserer „… und wer isst das alles?“-Kolumne von Veronika Schier lesen.