Rezept: Wasserkefir – die natürliche Limonade

Lust auf eine sprudelnde Limonade? Probiere doch stattdessen mal einfach Wasserkefir aus. Durch die Fermentation entsteht ein süßes und spritziges Getränk!

Im Alltag trinke ich am liebsten einfach nur Wasser gegen den Durst, aber zum Essen gibt’s bei mir auch hin und wieder eine süße Cola oder Zitronenlimonade. Seit ich mit dem Fermentieren begonnen habe, bin ich auch immer wieder über Wasserkefir gestolpert. Erst dachte ich, das wäre nichts für mich – aber auch nur, weil ich an Milchkefir denken musste. Doch als Limonaden-Fan musste ich mich schon bald selbst am Fermentieren probieren und bin vom Sprudelgetränk total begeistert.

Was ist Wasserkefir?

Wasserkefir ist eigentlich auch nur eine Limo – allerdings ohne künstliche Aromen und Zusatzstoffe. Die Verwandtschaft zum Kombucha lässt sich nicht von der Hand zu weisen, da der Fermentierungsprozess ähnlich verläuft. Im Gegensatz zu Kombucha schmeckt Wasserkefir aber etwas milder und süßsauer. Vergleichbar ist der Geschmack ein bisschen mit einem jungen Federweißer.

Einfach so Wasserkefir im Supermarkt kaufen kann man leider nicht – aber es ist super einfach, ihn selber zu machen. Ich hab aktuell immer eine Flasche im Kühlschrank und oben drauf fermentiert schon der Nachschub.

Wie gesund ist Kefir?

Wie auch bei allen anderen Fermenten wirkt Kefir verdauungsanregend. Wer das noch nicht gewöhnt ist, sollte sich lieber mit kleinen Mengen rantasten. Der Milchsäuregehalt vom Kefir fördert die Entwicklung der für den Menschen nützlichen Mikroorganismen im Darm. Bei Magenkrämpfen und Verstopfungen kann der Wasserkefir daher eine willkommene Unterstützung sein.

Der Zucker für den Ansatz wird auch während der Fermentation nahezu komplett abgebaut und die Kristalle produzieren auch kleine Mengen von Vitaminen wie z. B. Vitamin B 12.

Wasserkefir ansetzen: So geht’s:

Wasserkefir Rezept selber machen im großen Glas

Wasserkefir (Grundrezept)

Lust auf eine sprudelnde Limonade? Probiere doch stattdessen mal einfach Wasserkefir aus. Durch die Fermentation entsteht ein süßes und spritziges Getränk!
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Vorbereitung 5 Min.
Zubereitung 10 Min.
Fermentier-Zeit 3 d
Gesamtzeit 3 d 15 Min.
Gericht Getränke
Portionen 750 ml

Zutaten
  

  • 750 ml Wasser Zimmertemperatur
  • 30 g Wasserkefir-Kristalle
  • 60 g Zucker
  • 30 g Trockenfrüchte wie Feigen, Datteln, Rosinen, Aprikosen
  • 1-2 Zitronenscheiben

Anleitung

  • Zucker in Wasser (Zimmertemperatur) auflösen und in ein großes Glas füllen. Dann Wasserkefir-Kristalle hinzugeben.
  • Als nächstes die Trockenfrüchte und Zitronenscheiben ins Glas geben. Die Trockenfrüchte liefern den Stickstoff und die Säure der Zitrone verhindert ungewollte Keime.
  • Glas verschließen und für bis zu 3 Tage bei Zimmertemperatur stehen lassen. Täglich einmal „entlüften“, weil das Glas sonst unter zu viel Druck gerät.
  • Nach 3 Tagen das Getränk durch ein feines Sieb gießen und in eine Flasche füllen. Die Trockenfrüchte und Zitronenscheiben aus dem Sieb nehmen und entsorgen.
  • Die Wasserkefir-Kristalle mit kaltem Wasser abspülen und damit beginnen, den nächsten Wasserkefir anzusetzen.

Notizen

Schon gewusst?
An warmen Tagen sind die Wasserkefir-Kristalle besonders aktiv und beginnen direkt mit der Arbeit. Selbst die großen Trockenfeigen werden schnell nach oben getrieben. Ich finde es besonders spannend, hier zuzuschauen, wie die Umgebungstemperatur den Kefir-Ansatz beeinflusst.
Schlagworte Fermentieren

Den Wasserkefir kannst du nach der Fermentation mit heimischen Superfoods und Wildkräutern verfeinern:

Was sind Wasserkefirkristalle?

Viel brauchst du nicht, um daheim selber eine natürliche Limonade herzustellen – die Grundlage sind aber die sogenannten Wasserkefirkristalle oder auch Japankristalle genannt. Das sind kleine Klümpchen, eine Symbiose aus Hefen und Bakterien, die wirklich ein bisschen wie Kristalle aussehen. Allerdings sind sie nicht hart, sondern weich wie Gummitierchen.

Neben Kohlensäure produzieren die Hefen nach 1-2 Tagen auch 0,5 bis 2,5 % Alkohol. Die Milchsäurebakterien verstoffwechseln den Alkohol u. a. weiter in Milchsäure – ein kleiner Restalkohol bleibt aber erhalten.

Und das beste? Bei guter Pflege und Wärme vermehren sich die Kristalle auch fleißig. Doch du brauchst gar nicht so viele von ihnen, um weiter Kefir zu brauen. Vielleicht freuen sich deine Freunde über eine kleine Starterkultur von Japankristallen?

Wasserkefir-Kristalle auf dem Teller
Die Wasserkefir-Kristalle sehen aus wie kleine Kristalle. © Stephanie Drewing

Kleine Pause für die Kristalle

Wenn du mal in den Urlaub fährst, kannst du deine Kristalle auch für zwei bis drei Wochen ebenfalls in den Urlaub schicken. Dafür einfach 200 ml Wasser mit 50 g Zucker mischen und zusammen mit den Kristallen in ein fest verschließbares Glasen geben. Das Glas stellst du in den Kühlschrank und bevor du einen neuen Wasserkefir ansetzt, kannst du die Kristalle einmal unter klarem Wasser spülen und einen neuen Ansatz starten.

Wenn du länger weg bist, empfehlen wir dir, die Kristalle zu trocknen.

Kann Kefir schlecht werden?

Wenn Kefir schlecht wird, dann merkst du es: es riecht komisch und schmeckt auch nicht mehr. Wasserkefir ist ein ähnlich stabiles Ferment wie Milchkefir und beide werden eher selten schlecht.

Klar ist: Wenn es schimmelt, dann sollte der Kefir weg und zwar alles, da sich der Schimmel durch die komplette Kultur zieht.

Haltbarkeit von Wasserkefir

Wenn dein Kefir nach den drei Tagen fertig fermentiert ist, kannst du ihn für vier bis sechs Wochen im Kühlschrank lagern, die ist kein Problem. Die ideale Temperatur im Inneren für deinen Kühlschrank liegt bei liegt bei 5 bis 7 Grad Celsius – dies ist auch die beste Temperatur für deinen Kefir. Denk dran: in der Kühlschrank-Tür ist es am Wärmsten mit meist etwa 9 Grad Celsius.

Durch die Kälte im Kühlschrank wird der Fermentationsprozess stark verlangsamt, aber nicht komplett aufgehalten. Deswegen wird der Wasserkefir immer saurer, je länger er im Kühlschrank steht.

Falls du es nicht schaffst, sofort alles auszutrinken: Einfach etwas Zitronensaft hinzugeben. Die antibakterielle Wirkung der Zitrone verhindert, dass sich ungewünschte Keime im Kefir ausbreiten.

Wasserkefir Rezept selber machen im großen Glas
Wasserkefir mahst du am besten in einem großen Glas. © mauritius images / Alamy / Roy Riley

Wasserkefir ohne Zucker: Geht das eigentlich?

Die kurze Antwort auf diese Frage? Nein, es geht nicht. Du benötigst die richtige Umgebung, damit die Mikroben so richtig in Fahrt kommen und der süße Zucker bietet den Kraftstoff, der für die Fermentation benötigt wird. Je nach dem welchen Zucker du nutzt, unterscheidet sich am Ende der Geschmack des Getränks:

  • Weißer Haushaltszucker, Bio-Rohrzucker, sowie Rohrohrzucker sind die im Alltag üblichen Zuckervarianten, die sich auch sehr gut für die Kefirproduktion eignen.
  • Zuckerrübensirup hilft, wenn deine Kefirkultur ein bisschen ins Stocken geraten ist. Ein Teelöffel Sirup auf einen Liter Flüssigkeit gibt einen richtigen Mineralstoff-Kick und gibt dem Wasserkefir einen leicht malzigen Geschmack.
  • Die verschiedenen Zucker-Alternativen wie Stevia, Aspartam, Xylit und Sorbit bringen nicht die richtigen Nährstoffgrundlage für den Kefir mit und eignen sich nicht zur Herstellung.
  • Ahornsirup, Kokosblütenzucker und Honig enthalten hingegen zu viele Nährstoffe und können deinen Mikroorganismen im Kefir sogar schaden.