Fensterblatt: Warum eine Monstera auf jedem Fensterbrett steht

Das Fensterblatt: Was hat es nur mit diesem Gewächs auf sich? Schon in den 50er und 70er Jahren prägte es die Wohnzimmer seiner Zeit. Seit einiger Jahren gehört es aber, nun meist unter dem Namen Monstera, zu den beliebtesten Zimmerpflanzen auf Instagram. Seid ihr auch schon der #monsteramadness verfallen?

Das Fensterblatt mit seinen besonderen Blättern

Das Fensterblatt ist eine rasant wachsende Pflanze, die trotzdem pflegeleicht handzuhaben ist. Somit bietet es die perfekte Möglichkeit, den ersten eigenen urbanen Dschungel in der Wohnung zu starten, ohne dass ihr gleich Grünzeug-Fachleute sein müsst. Aus den zunächst herzförmigen, kleinen Trieben werden schnell die so typisch aussehenden löchrigen Blätter. Jedes Blatt der Monstera entwickelt dabei sein ganz eigenes Muster. Welche Pflanze drückt schon so viel Individualität aus?

Tatsächlich sind diese Muster abhängig vom Standort der Pflanze. Je mehr Licht die Monstera abbekommt, desto weniger Löcher bilden ihre Blätter aus. Je sonniger dagegen der Standort, desto fedriger wird eure Zimmerpflanze. Über den Nutzen der Löcher und Einkerbungen der Blätter sind sich Forschende unsicher. Eventuell ermöglichen sie es, dass auch Sonnenlicht an die tiefer gelegenen Teile der Pflanze gelangt. Bei der Monstera adansonii, auch ‚Monkey Leaf‘ genannt, bleiben die Löcher in den Blättern bestehen und öffnen sich nicht zum Rand hin.

Was das Fensterblatt in eurer Wohnung bewirken kann

Die Monstera passt zudem hervorragend in den minimalistischen, urbanen Einrichtungsstil und verleiht jedem Wohnzimmer einen edlen Touch. Zwar müssen wir, wenn wir uns eine noch junge Monstera anstelle einer bereits großen Pflanze kaufen, ein paar Jahre auf ihre Blüte warten. Dann aber belohnt die Pflanze uns mit eleganten weißen Blütenblättern, die einen violetten Fruchtkolben umschließen. Noch mehr her macht die Unterart Monstera variegata mit ihren grünlich-weiß bis cremefarben marmorierten Blättern. Leider müssen wir uns aber damit begnügen, den Anblick der Pflanze zu genießen, denn die meisten Teile der Monstera sind giftig. Wenn ihr Katzen oder Hunde habt, solltet ihr eher auf diese Pflanze verzichten.

Die Monstera variegata macht wegen ihrer Musterung besonders viel her.
Die Monstera variegata ist wegen ihrer Färbung besonders beliebt. © IMAGO / Addictive Stock

Dennoch ist das Fensterblatt über sein schönes Aussehen hinaus sehr nützlich. Bei der Fotosynthese bindet es, wie andere Zimmerpflanzen auch, Kohlenstoffdioxid und gibt dafür Sauerstoff frei. Das tut der Raumluft gut, weshalb ein Dschungel in der Wohnung generell eine gute Idee ist. Von der Monstera heißt es außerdem, dass sie schädliche Verbindungen aus der Luft filtern kann.

Die richtige Pflege des Fensterblatts: Auf Standort und Wasser kommt es an

Ihren Ursprung hat die Monstera in den Wäldern Südamerikas. Die Sorte Monstera deliciosa, die bei uns üblicherweise als Zimmerpflanze verwendet wird, stammt aus Mexiko. Daher benötigt sie das ganze Jahr über einen warmen Standort, idealerweise bei einer Temperatur zwischen 18 und 22°C. Sie sollte genügend Licht bekommen, aber nicht in der prallen Sonne stehen. Auch ein schattiger Standort ist in Ordnung, da die Monstera in der Natur an Bäumen hochwächst, um an Sonnenlicht zu kommen. Dort kann das Fensterblatt gut und gerne mal 20 Meter hoch werden. Im Kübel in der Wohnung bringt sie es immerhin auf bis zu drei Meter Höhe.

Dementsprechend braucht die Zimmerpflanze ein Gerüst wie einen Moos-Stab, an dem sie hochranken zu können. Am besten pflanzt man die Monstera gleich in einen sehr großen Topf. Neben seinen wunderschönen Blättern bildet das Fensterblatt viele Luftwurzeln aus. Ohne Kletterhilfe schnappen sich diese alles zum Festhalten, dass sie erwischen können, auch Möbel oder Türgriffe. Die Luftwurzeln dürft ihr auf keinen Fall verletzen oder gar abschneiden.

Das Fensterblatt benötigt nicht viel Wasser. Die Erde sollte nur mäßig feucht gehalten werden. Da sie eine hohe Luftfeuchtigkeit braucht, fühlt sich die Monstera auch in hellen, großen Badezimmern sehr wohl. Wenn ihr der Monstera etwas besonders Gutes tun wollt, dann benebelt ihr sie hin und wieder mit Wasser aus einer Sprühflasche und haltet ihre Blätter frei von Staub, um ihren natürlichen Lebensraum zu imitieren. Gerade im Winter bei trockener Heizungsluft ist das wichtig. Übergießen kann leider zu einem echten Problem werden, denn auch wenn das Fensterblatt robust und widerstandsfähig ist, ist es doch anfällig für Staunässe.

Gesunder Schlaf Zimmerpflanzen Frau sprüht verschiedene Zimmerpflanzen mit Wasser
Pflanzen im Schlafzimmer steigern die Schlafqualität. © IMAGO / Westend61

Monstera für Fortgeschrittene: Richtig düngen, umtopfen und vermehren

In der Vegetationsphase von April bis Oktober solltet ihr eure Monstera alle zwei Wochen düngen, da sie einen großen Nährstoffbedarf hat. Am besten eignet sich Flüssigdünger, den ihr mit ins Gießwasser gebt. Ist es im Winter in eurer Wohnung kälter, wird das Pflanzenwachstum zurückgehen und die Notwendigkeit zu düngen entfällt. Ist eure Wohnung hingegen konstant etwa gleich warm, könnt ihr weiterhin alle vier Wochen düngen.

Aufgrund seines starken Wachstums muss das Fensterblatt etwa alle zwei bis drei Jahre umgetopft werden. Dafür nutzt ihr am besten den Monat März, wenn die Wachstumsphase der Pflanzen noch nicht im vollen Gange ist. Ihr könnt als unterste Schicht eine Drainage aus Tonscherben in den neuen Topf legen und darauf möglichst humusreiche Erde geben. Dann klopft ihr die Erde vom Wurzelballen der Monstera, setzt sie in den neuen Topf und füllt die Lücken mit Erde auf. Gut angießen nicht vergessen, am besten mit Regenwasser.

Wenn ihr unter die Profis gehen wollt und selbst Ableger ziehen möchtet, ist auch das bei der Monstera kein großes Problem. Vorzugsweise im Sommer macht ihr Stecklinge, indem ihr einen Trieb eures Fensterblatts abschneidet. Dieser sollte auch mindestens eine der Luftwurzeln umfassen. Dann stellt ihr den Trieb in lauwarmes Wasser und sorgt dafür, dass sich ein Teil der Luftwurzel unter Wasser befindet. Hier werden sich schon bald feine neue Wurzelstränge bilden. Bald darauf könnt ihr den Ableger in ein eigenes Pflanzgefäß topfen.

Fensterblatt und Aquarium: eine selten gute Partnerschaft

Eine ganz besondere Möglichkeit, die Monstera mit Wasser und Nährstoffen zu versorgen und gleichzeitig gut in Szene zu setzen, bietet sich an, wenn ihr über ein Aquarium verfügt. Die Pflanze sucht mit ihren Luftwurzeln nicht nur nach Möglichkeiten, sich festzuhalten, sondern auch nach neuen Nährstoffquellen. Wenn ihr euer Fensterblatt neben dem Aquarium oder auf einem Brett quer darüber aufstellt und einen Teil der Luftwurzeln ins Wasser leitet, entwickelt sich, ähnlich wie beim Ziehen von Ablegern, ein feines Wurzelgeflecht zwischen den Luftwurzeln – dieses filtert nun Nitrat aus dem Wasser und verwertet es als Nährstoff für die Zimmerpflanze. Die Pflanze muss nun weit weniger gegossen werden als vorher. Nur das regelmäßige Düngen der Monstera kann so leider nicht ersetzt werden.

Im Aquarium fungiert das Wurzelgeflecht der Monstera nun nicht nur als natürlicher Stickstofffilter, sondern dient auch als ein Rückzugsort für eure Fische. Auch zum Ablaichen werden sie das neue Versteck gerne nutzen. Zu guter Letzt profitiert auch ihr von der perfekten Partnerschaft in eurem Wohnzimmer: die idealen Bedingungen, die ihr so für eurer Fensterblatt kreiert, erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass es seine wunderschönen weißen Blüten entfaltet, deutlich. Es kann sogar vorkommen, dass eure Monstera Früchte trägt. Im Gegensatz zum Rest der Pflanze sind diese essbar.

Fruchtstand der Monstera
Bei sorgfältiger Pflege bildet die Monstera Fruchtstände mit weißen Blüten aus. © IMAGO / Waldemar Boegel

Monstera kaufen: Warum gibt es so enorme Preisunterschiede beim Fensterblatt?

Besonders viel her macht eine Monstera, die nicht mehr auf der Fensterbank Platz findet, sondern gleich die Ecke neben dem Fenster mit ihren großen, fedrigen Blättern ausfüllt. Immerhin kann jedes Blatt bis zu 70cm groß werden. Deshalb wollen viele gleich eine große Monstera deliciosa kaufen. Ein Baby-Fensterblatt ist bereits für wenige Euro erhältlich. Eine hochgewachsene Monstera variegeta kostet hingegen schnell über hundert Euro. Je länger die Pflanze schon vor dem Verkauf gepflegt werden muss, desto teurer wird sie im Laufe der Zeit auch. Dabei ist die Monstera so pflegeleicht, dass jeder, der die Geduld hat, binnen weniger Jahre aus einem kleinen Fensterblatt eine prächtige, große Pflanze gedeihen lassen kann.

Wenn ihr bereits dem Monstera-Wahn verfallen seid, könnt ihr nicht nur die Pflanzen selbst erwerben. Mittlerweile können wir unser ganzes Wohnzimmer im Stil der Pflanze einrichten: wie wäre es mit einem Monstera-Kissen, einem Monstera-Teppich oder gleich einer Monstera-Tapete? Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. In diesem Sinne: viel Spaß beim Einrichten!