Nachhaltige Stoffe: 3 umweltfreundliche Naturfasern für Kleidung

Weißt du, welche Textilien und Materialien unsere Umwelt am wenigsten belasten? Hier findest du drei nachhaltige Stoffe aus Naturfasern.

Ich bin mal ehrlich: Ich liebe Mode! Ich liebe es, Kleidung zu kaufen und morgens mein Tagesoutfit zusammenzustellen. Seit einigen Jahren denke ich aber vor dem Kauf ein bisschen mehr darüber nach, wie und was ich denn jetzt eigentlich in meinen Kleiderschrank hole. Muss es denn immer neu sein, oder reicht es nicht, auch mal Second Hand zu schauen? Besonders bei festlichen Kleidern bin ich geizig. So habe ich mein Hochzeitskleid für nur 200 Euro gebraucht gekauft.

Fast Fashion als großer Klimasünder

Mit Kleidung lässt sich eine ganze Menge Geld verdienen, vor allem, weil viele große Unternehmen ihre Herstellung in Länder mit niedrigen Produktionskosten ausgelagert haben. Dabei steht immer wieder die Ausbeutung der Arbeitskräfte in diesen Ländern in der Kritik.

Aber auch in Sachen Klimaschutz hat die Textilindustrie noch viel zu tun: In zahlreichen Studien wurde nachgewiesen, dass ein großer Anteil der weltweiten CO2-Emissionen und Umweltverschmutzungen auf das Konto der Textilindustrie geht.

Und was passiert am Ende mit den nicht mehr gewollten Kleidungsstücken? Sie landen meistens im Müll. Erst kürzlich hat der Weltspiegel eine Reportage veröffentlicht, die Müllberge an Kleidung in Chile – sogar aus Europa – zeigt:

Was kann ich als Verbraucher also tun, um diesen Teufelskreis zu durchbrechen? Vor allem erst einmal weniger Kleidung kaufen, auch nach Second Hand Mode schauen und auch auf die Verwendung von Naturfasern und nachhaltigen Stoffen achten.

Was sind eigentlich nachhaltige Stoffe?

Nachhaltige Stoffe? Ja, die gibt es. Ein wichtiger Aspekt bei nachhaltigen Textilien ist vor allem, dass der Rohstoff-Anbau und auch die Produktion für die Umwelt mit weniger Belastungen einhergehen als bei herkömmlichen Stoffen.

Ein paar Beispiele, worauf geachtet wird:

  • Ressourcen-Einsatz (Wie viel Wasser und Energie wird benötigt?)
  • Chemikalien beim Anbau (Pestizide, Dünger) oder bei der Weiterverarbeitung, auch im Hinblick auf mögliche Verunreinigung von Gewässern
  • Tierwohl
  • Treibhausgas-Emissionen (während der Produktion und Transport)
  • Doch auch die sozialen Aspekte für die Arbeitskräfte sind wichtig für Nachhaltigkeit: Reichen die Löhne, um den Lebensunterhalt zu decken und gibt es Sozialleistungen? Wird auf die Gesundheit und die Sicherheit geachtet? Wird auf Kinder- und Zwangsarbeit verzichtet?
Nachhaltige Stoffe  Bio Baumwolle
Bio-Baumwolle ist besser als konventionell angebaute Baumwolle, vor allem was die Arbeitsbedingungen betrifft. © mikeosphoto – stock.adobe.com

Nachhaltige Stoffe aus Naturfasern: Bio-Baumwolle

Baumwolle ist der Stoff, den wir am häufigsten in unserem Kleiderschrank finden. Der große Vorteil von Baumwollfasern ist: Es handelt sich um Naturfasern. Ein nachwachsender Rohstoff und biologisch abbaubar. Und die Kleidung selbst ist bequem und äußerst langlebig.

Doch beim konventionellen Anbau von Baumwolle werden viele Pestizide eingesetzt, die Pflanze hat einen hohen Wasserbedarf und in vielen Anbauländern ist verunreinigtes Abwasser ein Problem. Bei ökologisch produzierter Baumwolle sind chemisch-synthetische Dünge- und Pflanzenschutzmittel verboten, auch werden keine genmanipulierten Baumwollpflanzen eingesetzt und der Wasserbedarf ist wohl etwas geringer.

Warum Bio-Baumwolle besser ist:

  • die Lebensbedingungen der Bauern, die Bio-Baumwolle anbauen, wird verbessertGeringere Umweltbelastung durch den Verzicht von Pestiziden.
  • Bio-Baumwollpflanzen sind widerstandsfähiger und langlebiger.
  • Unsere Haut kommt nicht in Kontakt mit giftigen Chemikalien, die z. B. Allergien auslösen können.
  • Vollständig biologisch abbaubar.
Kleidung aus Bio-Leinen ist nicht preiswert: Der Herstellungsprozess ist sehr aufwendig. © natagolubnycha – stock.adobe.com

Nachhaltige Stoffe aus Naturfasern: Bio-Leinen

Leinen hat bei uns in Deutschland eigentlich Tradition! Früher war es bei uns eines der am häufigsten verwendeten Fasern. Heute sieht es aber anders aus: Gewonnen wird die Leinfaser aus Flachs und ist damit ebenfalls eine Naturfaser und vollständig biologisch abbaubar. Wenn der Flachs erntereif ist, ziehen Maschinen die kompletten Halme mit Wurzeln aus dem Boden. Diese bleiben dann eine Weile auf dem Feld liegen und durch die einwirkende Feuchtigkeit kann man dann später die Fasern besser trennen. Dieser Prozess ist aufwendig und kostenintensiv: Weltweit ist der Anbau von Flachs allerdings stark zurückgegangen und macht aktuell nur 1 % am gesamten Weltfasermarkt aus.

Vorteile von Bio-Leinen in der Textilindustrie:

  • Bio-Flachs benötigt beim Anbau weniger Energie und Wasser als herkömmlicher Flachs. Beim Bio-Anbau wird ebenfalls auf Monokultur, Pestizide und Dünger verzichtet.
  • Stoffe aus Leinen sind antibakteriell, schmutzabweisend, robust und kühlend. Leinen neigt allerdings zum Knittern.
  • Kann in Kombination mit Wolle oder Baumwolle auch zu Pullovern oder knitterfreien Kleidungsstücken verarbeitet werden.
  • Vollständig biologisch abbaubar.
nachhaltige Stoffe Hanf
Auch aus Hanf können Fasern gewonnen werden. © Rodica – stock.adobe.com

Nachhaltige Stoffe aus Naturfasern: Hanf-Fasern

Nein, hier geht’s jetzt nicht um Cannabis – aber die Verwendung von Hanf-Fasern für nachhaltige Stoffe nimmt in der Textilbranche immer weiter zu. Hanf wächst schnell, benötigt nur wenig Wasser, Pestizide oder Dünger. Im Vergleich zu Baumwolle benötigt Hanf sogar 50 % weniger Wasser zum Wachsen und produziert zwei Mal mehr Fasern pro Hektar. Die Fasern werden aus den Stängeln entnommen, geröstet, entrindet und dann zu Garn verarbeitet. Mehr Infos zum Hanfanbau in Deutschland findest du bei agrarheute.de.

Vorteile von Hanf in der Textilindustrie:

  • Schnelles Wachstum und geringerer Wasserbedarf als bei Baumwolle, Anforderungen an den Boden sind gering.
  • Hanf verbessert die Bodenstruktur.
  • Stoffe aus Hanf-Fasern sind widerstandsfähig, langlebig, leicht, kühlend und bringen sogar antibakterielle und antimykotische Eigenschaften mit.
  • Textilien aus Hanf verblassen nicht nach dem Waschen.
  • Vollständig biologisch abbaubar.

Die Begriffe „Bio“, „Öko“ oder „aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA)“ sind wie bei Lebensmitteln auch bei dem landwirtschaftlichen Rohstoff Baumwolle geschützt.

Online-Shops, bei denen du Kleidung aus nachhaltigen Naturfasern kaufen kannst:

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