Rezept: Einfache Erdbeer-Törtchen

Süße Erdbeeren laden zum Kuchen backen ein. Hier findest du das Rezept für leckere Erdbeer-Törtchen mit einem selbstgemachten, einfachem Biskuitboden.

Sommer ist wohl die leckerste und gleichzeitig gesündeste Zeit des Jahres, denn Gärten und Felder verwöhnen uns mit ihren süßen Schätzen. Erdbeeren kitzeln seit Juni die Geschmacksknospen, Himbeeren, Heidelbeeren, Brombeeren ziehen fruchtig-süß nach und ergeben einzeln oder im Mix einen Genuss für Auge, Nase und Mund. Johannis- und Stachelbeeren halten sauer-frisch dagegen und sorgen für Balance im Obstgarten.

Achtsamkeitsmomente auf dem Erdbeerfeld

Doch nicht nur unsere Sinne freuen sich über die reichen Gaben. Auch die Seele kann ihren Akku wieder aufladen, wenn wir durch den heimischen Garten, Mamas Beerenbeet oder durch Selber-pflücken-Äcker streifen. Die Sommersonne wärmt uns, wir hören das Rascheln des Strohs auf dem Erdbeerfeld unter unseren Sandalen, hin und wieder verfängt sich ein Halm zwischen unseren Zehen. Die leicht rauen Blätter der Erdbeeren streifen unsere Hände auf der Suche nach den roten Schätzchen.

Erdbeer-Törtchen mit frischen  Erdbeeren vom Feld
Mittlerweile eine echte Tradition im Sommer: Der Besuch auf dem Erdbeer-Selbstpflückfeld © Björn Wylezich – stock.adobe.com

Wenn wir schließlich eines entdecken, kommt es entweder in die mitgebrachte Schale. Oder wir stecken die frische Frucht gleich in den Mund. Noch warm von der Sonne, etwas staubig von der Erde, platzt sie förmlich vor Aromen. Wir schließen kurz die Augen, genießen diesen ganz besonderen Geschmack, den Erdbeeren nur haben, wenn sie direkt vom Strauch kommen. Warm. Süß. Erdig. So schmeckt Sommer. Am Ende gehen wir glücklich zum erdbeerförmigen Kassenhäuschen, blicken stolz auf die gefüllte Schale und freuen uns über die sichtbar geleistete Arbeit. Und auf die Erdbeer-Törtchen, die daraus werden können!

Die vielen Optionen der Beerenzeit

Die Supermärkte zeigen uns auf Sonderflächen, wo die Reise hingehen kann: Gelierzucker in allen Varianten ploppt auf, steht manchmal nervig im Gang rum und verführt uns dazu, den Geschmack des Sommers in Gläsern einzufangen und für den Winter zu erhalten. Über das Einkochen von Marmelade oder Kompott will ich heute aber gar nicht schreiben. Die zauberhafte Beerenzeit hat nämlich auch eine dunkle Seite. Sie ist verführerisch, zugegeben. Aber ist sie das nicht immer?

Erdbeer-Törtchen: Die Falle schnappt zu

Tückisch wartet sie, bis wir beschwingt mit unserer Schale voller frischer Erdbeeren nach Hause kommen. Denn die Fahrrad-Tour zum Erdbeerfeld war keineswegs geplant! Wir wollten das gute Wetter nutzen und so ein kleiner Ausflug nach Feierabend bläst das Hirn frei. Aber jetzt haben wir die vielen Erdbeeren da und alle einfach so verputzen? Das wäre doch etwas viel auf einmal. Und morgen kommt noch Besuch, da wäre ein Erdbeerkuchen genau richtig! Ja, leckere Erdbeer-Törtchen mit frischer Sahne! Perfekt! Aber… jetzt noch backen? Das… also nein. Das ist doch irgendwie zu viel Aufwand und ein kühles Getränk auf dem Balkon wäre da schon netter als jetzt noch ewig in der Küche zu stehen…

Und genau jetzt schlägt sie zu! Die dunkle Seite der Beerenzeit! – dramatische Pause – der fertige Biskuitboden! In Plastik eingeschweißt! Er ist ja soooo praktisch. Nur kurz zum Supermarkt um die Ecke, da haben wir den letztens doch gesehen, auf einer dieser Sonderflächen, die im Weg rumstehen. Und gleich daneben stand der rote Tortenguss! Und die Sprühsahne. Genau. Und – zack! – sitzen wir in der Falle. Zeit sparen. Die mühsam und so genussvoll gepflückten Erdbeeren werden also gewaschen, geputzt und halbiert und auf den aus seiner Plastikhülle geschälten Boden gelegt. Noch eine ordentliche Schicht Gelatinetortenguss drüber und fertig! Sprühsahne dazu, vielleicht drapieren wir die sogar in adretten Tuffs auf der Glasur. Fürs Auge. Die angekündigten Gäste am nächsten Tag werden sich freuen („Oh, ein frischer Erdbeerkuchen!“) und wir werden erzählen, wie schön unser spontaner Ausflug zum Erdbeerfeld war.

Der gekaufte Biskuitboden: Süß, trocken und krümelig

Nein. Dieses Schicksal haben die Erdbeeren nicht verdient. Und wir auch nicht. In Vorbereitung für diese Kolumne habe ich zum ersten Mal in meinem Leben einen fertigen Biskuitboden gekauft. Schließlich wollte ich testen, ob meine Idee von der dunklen Seite der Beerenzeit überhaupt funktioniert und der fertige Boden wirklich so erdbeerunwürdig ist, wie ich mir das immer vorgestellt habe.

Unmittelbar vor dem Schreiben hab‘ ich also probiert. Es war schlimmer als gedacht. Pappsüß, trocken und krümelig. Von den luftigen, für einen Biskuit typischen Poren konnte ich nichts entdecken. Kombiniert mit einer dicken Schicht Tortenguss können wir sicherstellen, dass das sonnige Aroma der Erdbeeren ja nicht mehr zur Geltung kommt. Mission erfüllt, Erdbeere tot.

Warum tun wir der Erdbeere das an? Was war das Hauptmotiv für dieses Vorgehen? Richtig – Zeit sparen! Aber haben wir wirklich Zeit gespart? Wir sind zum Supermarkt gefahren, haben die Unsäglichen eingekauft. Das hat, wenn der Supermarkt nicht weit ist und wir verdammt schnell sind, zwanzig Minuten gedauert.

Waschen, Putzen und Schneiden der Erdbeeren dauert sicher am längsten und ist die Hauptarbeit für so einen Kuchen – aber das steht auch jetzt an, genauso wie das hübsche Anrichten. Dieser Zeitaufwand ist der Preis, den man für frisches Obst zahlt.

Selbstgebackener Biskuitteig: einfacher und schneller als gedacht!

Lasst uns also die Erdbeere retten, indem wir den Biskuit einfach selbst machen. Wer Angst hat vor dem Aufwand oder davor, dass es zu kompliziert ist: Beim einfachsten Biskuitrezept überhaupt müssen wir nicht mal die Eier trennen! Mit diesem Rezept bin ich aufgewachsen und ich glaube, meine ganze Verwandtschaft macht Biskuit so. Mein Onkel Andi hat in den Sechzigerjahren Bäcker gelernt und sein Wissen an alle Schwägerinnen und Schwestern weitergegeben – und so landet es heute bei dir.

Erdbeer-Törtchen wie vom Bäcker

Ich zeig dir, wie du ganz einfach köstliche Beerentörtchen machst. Ob du dafür Erd-, Blau-, Brom- oder Wasauchimmerfürbeeren nimmst, ist dabei ganz allein deinen Vorlieben überlassen.

Erdbeer-Törtchen

Süße Erdbeeren laden zum Kuchen backen ein. Hier findest du das Rezept für leckere Erdbeer-Törtchen mit einem selbstgemachten, einfachem Biskuitboden.
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Vorbereitung 15 Min.
Zubereitung 30 Min.
Gericht Kleinigkeit, Nachspeise
Portionen 12 kleine Törtchen

Zutaten
  

Einfacher Biskuitboden

  • 4 Eier (Größe M)
  • 120 g Zucker
  • 4 EL zimmerwarmes Wasser
  • 150 g Mehl
  • ½ Päckchen  Backpulver

Erdbeertörtchen

  • 500 g Erdbeeren
  • 5 EL Aprikosenmarmelade
  • 1 Becher Schlagsahne optional
  • 20 g Schokoraspeln optional
  • 20 g gehackte Pistazien optional
  • ein paar Blätter frische Minze

Anleitungen

Einfacher Biskuitboden

  • Der Ofen wird auf 180°C Umluft vorgeheizt. Eier, Zucker und Wasser werden schaumig aufgeschlagen. Nehmt dir dafür Zeit – je länger, desto fluffiger. Die Masse soll am Ende sehr hell sein, fast weiß.
  • Nun mischt du das Mehl und das Backpulver und siebst die Mischung über die Eimasse. Dann hebst du sie vorsichtig unter. Arbeite hier gründlich, damit keine Mehlklümpchen im Teig bleiben.
  • Die fertige Masse gibst du auf ein mit Backpapier belegtes Blech und streichst sie glatt.
  • Auf der mittleren Schiene wird der Biskuit etwa 12 Minuten gebacken. Jeder Ofen heizt etwas anders. Behalte deinen Schatz daher im Auge! Am Ende sollte er eine appetitlich hell-goldene Farbe haben. Wenn die Kanten schon etwas braun werden, ist er auf jeden Fall fertig!
    Biskuitboden selbst gebacken Erdbeer-Törtchen
  • Nach dem Backen stürzt du den Biskuit auf ein weiteres Stück Backpapier und ziehst gleich das Backpapier ab. Wenn es sich nicht löst, betupf es vorsichtig mit einem feuchten Tuch. Fertig ist der Biskuit.

Erdbeer-Törtchen anrichten

  • Steche aus dem Biskuitboden Kreise von etwa 8 bis 9 cm Durchmesser aus. Wenn du keinen Ausstecher hast, kannst du auch eine Schablone basteln – oder du schneidest Schnitten oder Quadrate zu. Allerdings bleiben dann nicht mehr so viele Reste zum Naschen.
  • Rühre ein paar Esslöffel Aprikosenmarmelade glatt und verteile sie dünn auf den Böden. Sie dient als Kleber zwischen Boden und Belag. Die gewaschenen, geputzten und wo nötig geschnittenen Beeren richtest du auf den Törtchen an. Für Puristen ist die Arbeit hier beendet. Schlagsahne dazu – schmatz!
  • Du kannst die Sahne auch gleich als Deko auf die Törtchen geben. Dafür füllst du die Sahne in einen Spritzbeutel mit Sterntülle und gibst kleine Tuffs zwischen die Beeren. Nun kannst du das ganze optisch noch abrunden und mit Schokodekor, gehackten Pistazien und/oder Minzblättchen dekorieren.

Notizen

Tipp: Falls du mal einen Schokoboden aus Biskuit brauchst: Einfach 2 – 3 Esslöffel Kakao unter das Mehl mischen und einen Esslöffel mehr Zucker zur Masse
Schlagworte backen, Beeren, Kuchen, Sommer, Torte, vegetarisch

Wenn die Törtchen ein paar Tage halten sollen, kannst du natürlich noch Tortenguss verwenden, bevor du dich an die Deko machst. Ich persönlich bin kein Freund davon, da er meiner Meinung nach weder hübsch ist noch gut schmeckt. Daher lass ich ihn weg – die Törtchen müssen dann aber am gleichen, spätestens am nächsten Tag gegessen werden, da die Beeren einfach schnell matschig und unansehnlich werden.

Wenn du aber nur so viele Erdbeer-Törtchen fertig machst wie du benötigst, kannst du die übrigen Biskuitböden einfach einfrieren. Lege sie locker in einen Gefrierbeutel, dann kannst du sie einzeln auftauen lassen, wenn du das nächste Mal zum Erdbeerfeld radelt!

Und natürlich kann (und darf!) es auch mal sein, dass man wirklich keine Zeit oder Lust oder Energie hat, um selbst was zu backen. Bevor ihr dann jedoch zu dem fertigen Biskuitboden greift hier noch ein Tipp: Besuche einen lokalen Bäcker deines Vertrauens einen Besuch und such dir dort was Feines aus. Manche Bäckereien bieten auch Tortenböden zum selbst belegen an – und wenn nicht: Die Erdbeeren vom Feld schmecken auch ohne Boden.

Alles Liebe

Veronika

>> Mehr von unserer „…und wer isst das alles?“-Kolumne von Veronik Schier lesen.